Prototyp – Der ingenieur.de Karriere-Podcast

Prototyp – Der ingenieur.de Karriere-Podcast

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:04: Technische Probleme lösen, Komplexe Zusammenhänge erkennen.

00:00:08: Darauf werden Ingenieureinnen und Ingeniöre im Studium vorbereitet.

00:00:12: Doch im Berufsalltag reicht technisches Fachwissen allein längst nicht mehr aus.

00:00:16: Kommunikation, Führung und der Umgang mit Unsicherheit werden immer wichtiger.

00:00:21: Welche Fähigkeiten brauchen Ingenieurinnen denn heute wirklich?

00:00:25: Darüber spreche ich heute mit Steven Fettermann.

00:00:29: Er ist promovierter Systemingenieur und hat mehr als zwanzig Jahre Berufserfahrung in internationalen Industrie- und Transformationsprojekten sammeln dürfen.

00:00:38: Herzlich willkommen bei Prototyp, dem Karrierepodcast von Ingenieur.de.

00:00:42: Mein Name ist Anastasia Bukowicz und ich darf heute herzlich Steven Fettermann im Studio begrüßen!

00:00:48: Hallo Steven!

00:00:50: Hallo Anastasia schön dass ich hier sein darf.

00:00:52: Freut mich auch Steven, Ingenieureinnen und Ingeniöre werden ja heutzutage sehr darauf trainiert oder sind sehr daran gewöhnt Probleme zu lösen.

00:01:04: Stimmt es denn dass sie zu wenig darauf trainieren sind mit Menschen umzugehen?

00:01:09: Ich habe so ein bisschen mit deinem Wort Trainieren.

00:01:14: Ein naturgemäßes Problem also.

00:01:16: ich nehme den Ingenieurberuf Essen auf der einen Seite und sagen wir mal ein sehr freudespendender Beruf auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite wird er halt eben immer anspruchsvoller.

00:01:32: Es ist kein leichter Beruf, aber es so etwas Neudeutsch, was man mit Passion macht.

00:01:38: und der Ingenieur, so wie ich ihn verstehe, wird darauf hin um mal dein Wort aufzugreifen, hingedrimmt komplexe Zusammenhänge zu durchdenken zu analysieren und Lösungen zu kreieren.

00:01:55: Das hat über die Vergangenheit auch verdammt viel gebracht, das ist so ein Erfolgsrezept der sich über die Jahre entwickelt hat.

00:02:03: aber mit der heutigen Zeit kommen eben noch andere Aufgaben und Herausforderung Verantwortung hinzu.

00:02:12: Und jetzt komme vielleicht zu dem was du Mit dem Wort Trainieren gemeint hast dass es etwas was wir Menschen im alltäglichen gerne vergessen.

00:02:21: Und also zu fragen, wie gehe ich jetzt eigentlich mit Unsicherheit um?

00:02:26: Wie gehe ich damit um wenn ich eben nicht alle Antworten weiß.

00:02:30: Wie gehe Ich damit um, wenn es eben im Berufsalltag hektisch wird Wenn Ergebnisse geliefert müssen aber keine Zeit da bleibt Um eben entsprechend Lösungen ordentlich zu durchdenken Wenn am Ende des Tages die Deadline da ist Aber eben man nicht genau weiß?

00:02:48: habe ich jetzt alles bedacht.

00:02:49: Habe mit allen gesprochen, mit denen ich hätte sprechen müssen und das wirkt sehr anspruchsvoll gerade... Ich darf mir das erlauben bin ja schon ein bisschen älterer Jahrgang aber das hat mich durchaus gerade am Anfang auch total nervös gemacht.

00:03:05: Das kann ich mir gut vorstellen.

00:03:07: vor allem also in Zeiten der Unsicherheit oder wenn man sehr unter Druck steht dann fällt es natürlich schwer Entscheidungen irgendwie zu treffen oder die richtige Entscheidung irgendwie treffen zu müssen.

00:03:18: Wie du ja gerade selber gesagt hast, du bist promovierter Ingenieur.

00:03:21: Hast jahrelange Berufserfahrungen hinter dir?

00:03:24: Wann war so der Moment an dem Du festgestellt hast technisches Know-how allein reicht irgendwie nicht mehr aus.

00:03:32: eigentliche Gesprächen mit den Menschen weil ich natürlich also grade als junger Ingenieur hat man auch verschiedene Meinungen aber da gibt es natürlich die alten Weisen und Ich habe mich dabei sehr oft beobachtet.

00:03:46: Okay, ich habe jetzt eine Idee.

00:03:48: Aber ich lasse erst mal den oder die entsprechend ausreden und der wird mir dann schon entsprechend sagen was sich tun

00:03:54: soll.".

00:03:55: Und wenn ich heute drüber nachdenke, was würde ich anders machen?

00:03:59: Von meinem beruflichen Werdegang, also ich hab Maschinenbaustudiert, hab über IT Security promoviert, habe in internationalen Projekten gearbeitet aber viel früher mehr zu belegen... Was finde ich gut?

00:04:13: Was kann ich mit mir auch

00:04:14: vereinen?".

00:04:15: Und wo würde ich eigentlich hingehen wollen und das auf den Tisch legen?

00:04:19: Also, ich würde mich jetzt für A entscheiden.

00:04:22: Weil B... Aber was ist denn jetzt deine Meinung dazu?

00:04:26: Wie siehst du die Welt?

00:04:27: Sind wir gemeinsam?

00:04:29: Und wie gehen wir damit um?

00:04:30: Was ist dann unsere gemeinsame Lösung?

00:04:32: Das viel schneller quasi rauszubringen sich die Erlaubnis selbst zu geben, um dann entsprechend vor uns zu gehen weil dafür werden letztendlich Ingenieure bezahlt.

00:04:41: Also sozusagen den Mut zu haben, seine eigenen Fähigkeiten oder sein eigenes Licht nicht unter den Schäfeln zu kehren.

00:04:50: Sondern eben mutiger sein was die eigenen Kenntnisse angeht

00:04:56: im Umgang

00:04:57: mit anderen.

00:04:58: Und um es mal ganz kezerisch auszufomulieren so als Motto warte nicht darauf dass jemand anders für dich denkt sondern sei bereit aber auch in dem in der Diskussion deine Meinung zu ändern.

00:05:14: Es gibt mindestens so viele Wahrheiten auf der Welt, wie es Menschen auf der welt gibt und es gibt viele wege die irgendwo noch rumführen.

00:05:22: aber leg deine wahrheit erstmal auf den tisch.

00:05:26: das ist ja für ein gutes motto wenn ich mir das so durch den kopf gehen lasse.

00:05:32: wir haben ja bereits aufgegriffen was Ingenieure im Studium lernen nämlich Probleme analysieren optimale Lösungen zu entwickeln und warum das eben nicht immer ausreichend ist.

00:05:47: Wie

00:05:48: siehst du denn in dem Kontext, dass Thema scheitern oder Fehler begehen?

00:05:55: Ich stelle mir vor, ich bin mutig.

00:05:57: Ich sitze am Tisch und habe eine technische Lösung entwickelt die meiner Meinung nach total cool ist.

00:06:02: Mit mir am Tisch sitzen aber drei weitere erfahrenere Ingenieurinnen oder Ingenieure als ich es bin.

00:06:09: Und wie gehe ich in den Moment dann damit um wenn ich vor einer harte Wand stoße?

00:06:15: Und eben auf Ablehnung treffe weil keine Ahnung meine Lösungen nicht so gut erachtet wird, wie es in meinem Kopf gewirkt hat.

00:06:25: Wie geht man dann in so einer Situation damit um?

00:06:27: Dass man im Prinzip scheitert ist, so gesehen.

00:06:31: Das hat mehrere Ebenen das was du jetzt gerade angesprochen hast.

00:06:35: Also ich mache ein Fehler.

00:06:38: Ich über sehe irgendwas oder habe eine Randbedingung nicht mit bedacht.

00:06:43: und ich sage immer Fehler sind nur dann doof wenn man nichts draus lernt.

00:06:48: Und das heißt nicht beim nächsten Mal halte ich die Klappe Sondern, okay den Aspekt habe ich jetzt nicht beleuchtet.

00:06:55: Der ist aber wichtig.

00:06:57: Warum hab' ich den vielleicht nicht früher gesehen?

00:07:00: Was kann ich dazu tun, den früher mit oder in ähnlich gelagerten Aspekt früher zu berücksichtigen?

00:07:07: Eben dass ich daraus lerne.

00:07:08: beim nächsten mal mache ich es anders.

00:07:09: Probiere ich's im Linksraum.

00:07:11: vorher habe ich das Rechtsraum probiert.

00:07:12: Wenn das dann wiederum nicht funktioniert dann probiere ich einen dritten Weg aus.

00:07:16: Aber nur drauf sich quasi hinzusetzen zurückzuziehen und zu sagen, habe ich Fehler gemacht fühlt sich doof an mache ich nie wieder indem ich beim nächsten mal den Mund halte.

00:07:28: das ist der schlechteste Ansatz.

00:07:30: Der befriedigt auch nicht rein menschlich.

00:07:33: Das andere ist dass was du jetzt gerade angesprochen hast Ich sitze dann ob das jetzt erfahrene Kollegen sind oder nicht das ist ja auch nur eine Annahme erstmal Gegenüber und knall da gegen die Wand.

00:07:46: Also wie wird mir damit umgegangen?

00:07:49: Ist es nur weil ich jung bin?

00:07:51: ist es, falls die Kultur auch so ist.

00:07:54: Der eine hinten links am Tisch, der sagt dann letztendlich immer die Richtung an und alle dürfen zwar ihre Meinung sagen aber es zählt nur eine Meinung am Tisch.

00:08:02: also wie ist die Organisation?

00:08:04: Wie ist die Kultur?

00:08:05: in welchem Umfeld bewege ich mich?

00:08:10: Das ist ein zweiter Aspekt und auch das ist etwas was man gerade als junger Mensch eben auch noch lernen muss.

00:08:17: Ich bin der festen Überzeugung Es gibt keinen, der die Weisheit mit Dörfern gefressen hat.

00:08:23: Aber nochmal legt sie auf den Tisch und zieht eure Schlüsse draus.

00:08:29: Leistet euch eure eigene Meinung?

00:08:32: Das ist absolut wertvoll!

00:08:34: Wir sprechen immer von Agilität und dass die Entscheidungen da getroffen werden sollen wo das Wissen ist.

00:08:42: Und jetzt ist vielleicht die Unternehmenskultur noch nicht so richtig gewöhnt.

00:08:46: Oh, wie gehe ich jetzt damit um?

00:08:48: Wie kann so ein kleiner Widerstand aussehen.

00:08:51: Also einfach mal irgendwie habe ich jetzt verstanden Wir wollen also dieser oder jener Entscheidung treffen.

00:08:57: Können wir das nochmal entsprechend auch festhalten?

00:08:59: Ich bin großer Freund davon Entscheidungen auch irgendwo festzuhalten Und auch die Begründung dafür welches Risiko sind wir zusammen Oder du da hinten links am Tisch irgendwo bereit damit zu tragen?

00:09:11: Lass es uns entsprechend festhalten Und dann sind vielleicht beim nächsten Mal die Diskussion ein bisschen anders.

00:09:18: Klein wenig, aber daran bleiben sich nicht die Butter vom Brot nehmen und sondern in diesem Kontext irgendwie zu denken um zu sagen, ich mein man ist ja als junge Ingenieur irgendwo angestellt um seine Meinung gutzutun.

00:09:35: Das ist ein guter Ansatz!

00:09:37: Das haben wir von der richtige Perspektive.

00:09:43: Dritter Aspekt, also das eine ist was wir jetzt gesagt haben Fehler und Fehler lernen.

00:09:48: Das andere ist wie tickt eigentlich die Organisation?

00:09:51: Also wie ist die Kultur?

00:09:54: Und aber auch Wie wird damit umgegangen wenn eben Widerstand aufkommt?

00:10:00: und auch das muss geübt und gelebt werden.

00:10:02: dass sehe ich immer.

00:10:04: in meiner beruflichen Praxis habe Ich sehr leidvoll auch selbst quasi erlebt weil am Ende des Tages Geht es darum, nicht verrechtert?

00:10:16: Sondern welche von diesen ganzen Lösungen und das sind kluge Köpfe die damit unter dem Tisch sitzen bringt uns am weitesten.

00:10:23: Welche entfaltet die entsprechende Wirkung?

00:10:25: Das muss das Ziel sein weil wenn wir alle nur darauf gucken wie sind jetzt hier wem darf ich was irgendwo erzählen?

00:10:33: und was ist so?

00:10:34: diese diese Meeting-Karaoke?

00:10:37: also jeder muss irgendwo mal zu Wort kommen und am Ende des Tages geht man dann quasi aus die Meeting raus und hat eigentlich nichts geändert.

00:10:47: Also früher hätte ich mich in diese Meetings reingesetzt, und wäre dann enttäuscht wieder rausgegangen.

00:10:52: Heute sage ich mir... Hat das Meeting eine Agenda?

00:10:56: Okay!

00:10:57: Gut, dann kann ich mich auch entsprechend darauf vorbereiten.

00:10:59: Wenn es nicht hat gehe ich nicht rein.

00:11:01: Das sind so der Luxus den man sich langsam irgendwo erarbeitet weil wenn's alle machen kann dass ja nicht so falsch sein Alle gehen irgendwo in das Meeting rein.

00:11:12: Aber ich gebe dir mal ein Beispiel, dass ich gerade die Tage gehört habe wo es ziemlich anspruchsvolle technische Produkte gibt und fast jedes Projekt mündet sehr schnell in einen Eskalations-Meeting.

00:11:26: Weil technisch sehr anspruchtsvoll extreme regulatorische Randbedingungen Kapazitätsengpässe also die ganze Reihe.

00:11:37: aber es wird keine Entscheidung treffen.

00:11:40: was sind die Prioritäten?

00:11:42: Ja, ich muss nicht jede Randbedingung immer als gesetzt auffassen.

00:11:47: Wer trifft jetzt hier eine Entscheidung mit welchen Prioritäten unter welchem Risiko?

00:11:53: Ein Eskalations-Meeting ist nur dann ein Eskalation-Meating wenn sich was ändert.

00:11:59: und das vergessen wir manchmal weil wir haben uns alle getroffen Wir haben alle Meinung gehört und zum Schluss machen wir alles so wie vorher.

00:12:06: auch Dann ist es mit dem Lernen nicht viel ist.

00:12:11: auch das, was ich zu jungen Menschen... Das ist jetzt ein bisschen gemein für mich.

00:12:18: Aber wir pflegen auch immer mehr eine Kultur, dass nicht entscheidend und auch nicht entscheiden!

00:12:25: Also wir gehen Meeting rein und zum Schluss ist die gleiche Entscheidung wie vorher.

00:12:29: auch Wir machen genauso weiter haben wir keine Entscheidung getroffen.

00:12:33: Daran haben wir uns zum Teil für mich aus meiner Sicht extrem gewöhnt.

00:12:38: aber auch nicht entschieden ist eine Entscheidung.

00:12:41: Und die Frage ist dann, möchte ich da mitmachen?

00:12:45: Wie kann ich das beeinflussen?

00:12:46: Ich kann nicht und es geht nicht darum, dass Unternehmen zu revolutionieren.

00:12:52: Das muss jetzt alles so...ich bin davon überzeugt wie's laufen muss!

00:12:56: Ich weiß es ist ganz tief in meinem Bauchgefühl.

00:13:00: Wie muss sich damit

00:13:01: umgehen?!

00:13:01: Das is' gar nicht.

00:13:02: aber wie kann ich mir ne Stimme geben?

00:13:06: Es ist der erste Punkt mir überhaupt die Erlaubnis zu geben.

00:13:09: Und wie kann ich das artikulieren?

00:13:11: Manchmal ist es so, wenn wir das und das machen verlieren wir so und so viel Geld.

00:13:17: Es ist eine ganz unterschiedliche Bedeutung, wie wenn wir dass und das gemacht haben kostet das so und zu viel Geld und irgendwann werden wir das in das Geld quasi einnehmen.

00:13:28: Das ist mit rein faktisch die gleiche Botschaft aber es wirkt anders.

00:13:33: also kommuniziere ich auch in Meetings.

00:13:36: Das ist das Trainingssache, da sollte man sich nicht überfordern dass man gleich in ein Meeting reingeht.

00:13:42: und mein Gott die Menschen hängen einen an den Lippen und sagen Mensch ich nehme jetzt mal durch Freiheit und sagt adressiert ich nehm dich mal als Beispiel Anastasia ohne dich hätten wir das alle nicht gesehen.

00:13:55: Die, die wir schon seit zwanzig Jahren diesen Job machen das wird nicht so sein.

00:13:59: Nee leider nicht.

00:14:02: Leider wird das nicht so sein.

00:14:05: Aber vielleicht ist es genau ein guter Aspekt, um da einzuhaken sozusagen weil du hast ja sehr viel davon gesprochen dass man sich das auch aneignen kann und dass das ein Lernprozess ist den Ingenieure im Gehen können auf ihrem beruflichen Weg.

00:14:23: wenn man noch nicht so viele Erfahrungen hat dann fehlt einem vielleicht auch der Mut sag ich mal was anzubringen oder was zu sagen in so einem Meeting.

00:14:34: Welche Skills sind denn wichtig im heutigen Ingenieursberuf, die einem vielleicht dabei helfen können diesen Lernweg ja schneller zu gehen?

00:14:46: Oder sich eine dickere Haut irgendwie anzueignen und solchen Meetings?

00:14:51: Also ich glaube Eimer ist ganz wichtig.

00:14:55: also meine erste Vorlesung glaube ich, war das schon fast.

00:15:03: Hatten Professor zu mir gesagt, wesentlich... Das was ihr lernen sollt.

00:15:08: die wesentliche Aufgabe eines Ingenieurs ist sich so schnell wie möglich in neue Sachverhalte einzuarbeiten und alles andere ob es jetzt Maschinenbau Elektrotechnik oder sonstiges ist.

00:15:19: Fachexpertise ist wichtig das will ich jetzt nicht atmen stellen.

00:15:24: aber die Bereitschaft zu lernen zu sagen dass es jetzt neu ich bin hier im neuen Umfeld neues Projekt, neue Firma was auch immer.

00:15:32: Aber die Bereitschaft zu lernen und sich zu fragen also das Thema reflektieren... Was passiert jetzt hier eigentlich?

00:15:39: Was passiert mit mir?

00:15:40: Und was passiert jetzt in dem Tisch?

00:15:42: Also dieses Thema Reflektion und Selbstführung ist tatsächlich wichtig und sich davon zu befreien sind alle so erzogen worden.

00:15:53: es muss alles perfekt sein du darfst keine Fehler machen ich darf nicht zur Last fallen.

00:15:58: Das sind So wesentliche Eigenschaften, die man aber braucht.

00:16:02: Um heutzutage nicht nur zu überleben sondern um tatsächlich sich wieder selbst Spaß an der Arbeit zu erzeugt und sich auch eine Ruhe und ein Kraftpol zu geben.

00:16:17: Und dazu gehört auch sich zu verzeihen.

00:16:19: Ich habe einen Fehler gemacht.

00:16:21: Oh Gott oh Gott das ist ganz schlimm.

00:16:23: Ja hab ich jetzt gemacht.

00:16:24: Ist irgendjemand gestorben?

00:16:26: Nein also weiter beim nächsten mal anders.

00:16:29: Und das klingt jetzt so ein bisschen wie Binsenweisheiten von Mami oder Oberheit zählt.

00:16:36: Das ist es aber gar nicht, sondern das ist der Pool aus dem man raus agiert.

00:16:40: und dann kommt's natürlich darauf an – das Thema Kommunikation.

00:16:44: Wie gehe ich mit dem anderen um?

00:16:46: Ist mir eigentlich klar in welcher Rolle ich jetzt irgendwie spreche und was die Aufgaben in dieser Rolle sind?

00:16:52: also wirklich die Klarheit darüber wo gehts hier?

00:16:55: Worum geht es jetzt hier eigentlich?

00:16:57: Wer hat jetzt, wer spricht jetzt hier in welcher Aufgabe und was?

00:17:01: verdammte Hacke.

00:17:03: Möcht ich ja eigentlich.

00:17:06: Und wenn nur die Motivation ist das ist jetzt sozusagen Gedankengang Sieven Vettermann kann jeder nehmen wie er's will.

00:17:12: Ich möchte hier gut dastehen Dann hat man sich eigentlich schon auf einen Bein auf ein bein gestellt und ist total wackelig.

00:17:20: aber dass so Sich selbst gut aufstellen.

00:17:24: Thema Kommunikation, sich zu belegen was braucht der andere an die Information?

00:17:28: Wenn ich mit dem Fachexperten rede muss ich ganz anders reden wie mit meinem Chef oder Chef-Chef oder was auch immer.

00:17:37: Das heißt für dich ist auf jeden Fall das Wichtigste zu reflektieren Mit wem spreche ich gerade?

00:17:45: Was ist das Thema darüber wir sprechen und was erhoffe Ich mir aus diesem Gespräch?

00:17:51: also sozusagen schon klar vorab sozusagen die Ziele zu definieren, was man sich aus diesem Gespräch als Outcome erwartet.

00:18:00: Ja und auch das ist ja immer Meetings oder Gespräche sind ja auch immer Verhandlungen.

00:18:05: also wo ist sozusagen da gibt es jetzt Fachbegriffe dafür?

00:18:10: aber was ist so der größte gemeinsame Nenner?

00:18:14: Wo wir beide sagen Joa oder was ist meine Verhandlungsposition eigentlich?

00:18:20: Das ist so ein Stück weit, was man sich mit auch bedenken sollte in dem Kontext.

00:18:27: Aber ganz ehrlich erstmal... Man ist ja selbst so ein kleines Unternehmen.

00:18:33: Was ist mein Ziel?

00:18:34: Ich gehe jetzt da und da rein.

00:18:35: bin ich entsprechend vorbereitet.

00:18:37: Wie gehe ich damit entsprechend um?

00:18:39: Was möchte ich erreichen?

00:18:42: Was sollte dabei mindestens irgendwie auskommen?

00:18:45: Wo stehe ich?

00:18:45: Wo steht der andere?

00:18:47: Du beschäftigst dich ja auch viel in deiner Arbeit mit Führungskräften.

00:18:53: Und häufig ist es ja einen technischen Beruf und so, dass die Person, die sozusagen viel Fachexpertive hat, die sich über die Jahre viel Wissen angeeignet hat, irgendwann dann zur Führungsposition aufsteigt, sagen wir jetzt ob sie ein Projekt leitet oder ein Team leitet?

00:19:12: Oder beides ist ja dann offen gestellt.

00:19:15: Was sind so ... Herausforderungen, die dir begegnen.

00:19:21: Beziehungsweise nicht dir begegnet.

00:19:22: Aber was sind Herausforderung, die Ingenieuren bei dieser Transformation begegnern können?

00:19:28: Erstmal muss man für sich kapieren – und das ist auch ein Lernprozess -, dass nicht Führung gleich Fachkomplizenz plus Personalverantwortung.

00:19:40: Sondern es ist eine andere Aufgabe.

00:19:43: Es ist ein anderes Setup!

00:19:46: Und das fängt schon damit an, ich meine als Fachexperte war ganz erlaubt gesagt da gebe ich die Antworten weil ich käme mich in dem Umfeld irgendwie aus.

00:19:57: jetzt bin ich Führungskraft.

00:19:59: Das heißt ich gebe die Antwort nicht unbedingt mehr selbst sondern ich schaffe mir ein Team indem andere Antworten gehen und ich bereite den Grund dass die das entsprechend geben können angefangen von der psychologischen Sicherheit.

00:20:15: Ich geb dir die Möglichkeit, dass du deine Meinung auch frei äußern kannst und du nicht da sitzt.

00:20:21: Wenn ich das dem Vetter man jetzt wieder sagt wird mehr als nächstes den Kopf abreißen Und es gibt immer noch viele Unternehmen Die das durchmischen.

00:20:31: das bisschen Führung kannst du jetzt auch noch machen und wenn man sich Das mal genau beobachtet oder sich anguckt Kollegen oder in andere Firmen rein sich mit Freunden austauscht.

00:20:46: Sieht man dann manchmal auch, dass die die besten Problemlöser sind?

00:20:52: Dass dann die Führungskraft eigentlich zum größten Engpass wird!

00:20:56: Weil ich bin ja der weiß wo es lang geht... Ich habe jetzt noch fünf andere die sollen mir dazu helfen oder zehn andere oder zwanzig was aus sei jetzt mal dahin gestellt.

00:21:06: aber das muss alles bei mir über den Tisch gehen.

00:21:09: da ist etwas falsch gelaufen und das muss man sich.. Das ist ein Loslassprozess Nämlich von der Denke, ich würde es so und so machen.

00:21:17: Hin zu einem Folgen ist das Ansehen, folgendes ist das Ziel.

00:21:22: Das sind die Randbedingungen?

00:21:24: So liebes Team!

00:21:26: Ihr seid alle klug genug findet dafür einen Lösungsweg Und wir diskutieren den dann gemeinsam.

00:21:32: Es wird gewisse Aspekte geben Die kann nur Ich entscheiden weil ich trage die Verantwortung im letzten Kontext.

00:21:39: Aber dass das nicht das könnt ihr für euch selbst entscheiden.

00:21:42: oder Und das andere entscheiden wir dann gemeinsam.

00:21:46: Das muss man sich wirklich... ...das muss man ein Stück weit erleben, was es für einen bedeutet.

00:21:54: Wenn man Kinder hat und man sieht den zu und sagt, ich will's anders machen!

00:22:00: Und das tut erstmal in den ersten Momenten irgendwo weh aber auf der anderen Seite.

00:22:07: wenn man dann irgendwann feststellt, dass ist angekommen die rütteln sich zusammen Die kommen auf ein Ergebnis und das ist gut.

00:22:15: Und die Mannschaft trägt einen, dann ist es wie ein Geschenk.

00:22:19: Dann hat man alles richtig gemacht!

00:22:22: Aber der Weg dahin, den muss man für sich mit seinen ganzen Eigenheiten auch erstmal selbst so'n Stück weit klein beißen, jeder macht's anders.

00:22:31: Es gibt nicht das Patent-Rezeptführung.

00:22:33: Ich bin anders als du.

00:22:35: Wenn zehn Leute zusammensitzen, die so wie du und ich keine Ahnung wie viele andere irgendwie sind, dann ist es die Art der Weise und Weise.

00:22:46: Der Führung kommt aus Projekt drauf an auch immer unterschiedlich das muss ich mir zurecht beißen.

00:22:52: Das heißt du deine Kernaussage ist sozusagen dass ein guter Ingenieur oder eine gute Ingenieurin nicht gleich eine gute Führungskraft

00:23:01: ist?

00:23:03: Kann rein muss nicht!

00:23:05: Das schlimmste für mich ist so.

00:23:08: die schlimmste Situation ist die wenn man sagt Du bist ein super guter Fachexperte und dann wirst du die zehn anderen Köpfe jetzt demnächst auch gut führen können.

00:23:19: Und es wird er mir dazu nichts in den Weg oder in die Wiege

00:23:23: gelegt.".

00:23:24: Diese Schlussfolgerung, die man dann tätig nur weil man gut im einen Bereich ist, dass man direkt auch gut in einem anderen Bereich ist... ...ist einfach eine falsche Annahme und total situationsabhängig und von der Person abhängig ob die Person überhaupt die Führungspositionen innehaben möchte, das ist ja auch etwas was nicht jeder oder nicht jede machen will auf dem beruflichen Weg.

00:23:49: Was ja auch völlig in Ordnung ist!

00:23:51: Ich finde es durchaus legitim eben auch eine Fachkarriere zu machen.

00:23:56: Das is'n nicht die...ne Führungen gerade mit Personalführung ist eben nicht die Belohnung für gute technische Leistung Es ist schlichtweg eine andere Aufgabe.

00:24:10: Wenn man dann über die Zeit sagt, jetzt habe ich das eine Zeit lang gemacht, das hat mir gefallen.

00:24:15: Jetzt möchte ich ganz gerne mal was anderes machen.

00:24:18: Ich zum Beispiel... ...ich komme ja aus einer Technikebene bin dann vom Maschinenbauer immer weiter in die IT irgendwo gegangen.

00:24:27: aber für mich war es immer besonders wenn ich mit Menschen zu tun hatte und irgendwann hat sich der Schwerpunkt langsam verschoben.

00:24:37: Immer mehr Menschen, weniger Technik und mir macht das Spaß!

00:24:43: Es gibt andere Leute für die ist es eine totale Belastung.

00:24:46: Das muss man für sich gerade ziehen um dann auch irgendwo zu sagen ne ich fand das mal eine gute Idee aber ich gehe jetzt einen anderen Weg.

00:24:55: Ich bleibe auf dieser Fachexpertise weil da bin ich super gut.

00:24:58: Du bist doch völlig okay.

00:25:00: Da muss man halt einfach auch ehrlich zu sich sein und nicht vielleicht sich dieses Label aufdrücken lassen, nur weil die Kolleginnen und Kollegen vielleicht diesen Weg gegangen sind oder weil man das von anderen Ingenieuren kennt.

00:25:17: Dass sie eben von der Fachexpertise hin zur Führungsposition gehen.

00:25:25: Das ist so ein... Typischer Karriereweg ist oder so.

00:25:31: Ja, also ich sag mal ganz gemeines Bild war irgendwie genommen.

00:25:36: was nützt wenn in der Firma vorher war ein Häuptling und zweihundert Indianer und alle zweihundert Indianern wollen plötzlich Häugling werden.

00:25:47: Das funktioniert nicht.

00:25:49: aber das ist auch gar nicht mehr so wichtig sondern wichtig ist ob jeder von diesen einzelnen Menschen Glücklich ist mit dieser Aufgabe.

00:25:58: Befriedigt es mich, kann ich da Einfluss nehmen?

00:26:01: Kann ich da Wirkung entfalten?

00:26:03: Gehe ich abends raus und sage Yes!

00:26:06: Wir haben richtig dickes Brett gebohrt.

00:26:09: War unterwegs wirklich anstrengend.

00:26:12: Ich hätte ausrasten können zwischendurch Aber wir haben es geschafft.

00:26:17: Wenn ich so aus meinem Job irgendwo rauskomme Dann würde ich sagen alles richtig gemacht.

00:26:22: Wenn ich aber am Montag morgens ins Büro reingehe und mich frage, soll ich da jetzt wirklich hingehen?

00:26:28: Dann ist irgendwas falsch gelaufen.

00:26:31: Und wie viele Menschen gibt es die sich das überlegen?

00:26:34: Und dann ist die erste Frage was kann ich daran ändern?

00:26:38: für mich Was ist mir wert was habe ich mir irgendwie aufgelastet?

00:26:43: Es gibt ja immer dass man alle haben das.

00:26:46: Ja es gibt diese Ziele die man irgendwann mal In der Zielvereinbarung irgendwie trifft und daneben gibt es noch zehn, zwanzig, dreißig andere Ziele die man auch noch so im Alltag irgendwie verfolgt.

00:26:58: Wenn man sich nach einer Zeit mal draufguckt, dann hat er gesagt ja dazu habe ich ja gesagt, dazu hab' ich ja gesagt, dazu habe Ich ja gesagt Und da guckt man irgendwo so darauf wo ist eigentlich das also das Gewicht?

00:27:11: Wo liegt da eigentlich das gewicht drauf?

00:27:13: was von dem wie ich ursprünglich mal hier angetreten bin mache ich eigentlich noch?

00:27:17: Und wenn man sich das dann ehrlich anguckt und sagt, gut.

00:27:20: Das hat jetzt eine Zeit lang bis hierher gebraucht?

00:27:23: Und wie komme ich selbst wieder in den Bereich um das zurückzudrehen?

00:27:29: Oder der eine Aspekt oder der andere Aspekt ist natürlich dass sich die Unternehmen auch fragen müssen also sind wir jetzt im Podcast vom VDI.

00:27:40: da steht ja mit unter die Frage was können wir dafür tun um junge Menschen für Technik immer mehr zu begeistern.

00:27:48: Super Ansehen!

00:27:50: Aber ein Unternehmen muss sich dann auch fragen, was kann ich tun damit die ihre Begeisterung nicht verlieren?

00:27:57: Ja das heißt nicht Ich muss sie pämpern und ich muss ihnen noch dies gehen, dass es gute entsprechen geben aber die Themen die wir jetzt gerade auch schon angesprochen haben Wirklich den oder die jedes mal ab wenn er mit einer neuen Idee kommt Oder fahre ich ihr über den Mund sobald sie Bedenken äußert.

00:28:17: Das ist nicht gut.

00:28:18: So viel leere ich Mitarbeiter und so schaffe ich auch ein Klima, in dem da kann ich oben drüber über die Tür schreiben wir alle wollen mehr eigene Verantwortung der Mitarbeiter übernehmen aber dann wird diese Eigenverantwortung eben nicht gelebt und schon gar nicht irgendwo gefördert.

00:28:37: Und bei jungen Mitarbeitern ist es auch so.

00:28:41: was traue ich denen zu?

00:28:43: man wächst mit seiner Herausforderung Denke ich auch daran, wenn ich jetzt ein neues Projekt habe denen mehr Verantwortung irgendwie zu geben.

00:28:54: Steven Ich nehme aus unserem Gespräch auf einige spannende Punkte heute mit behauptsächlich das technisches Fachwissen eben als wichtige Grundlage bleibt aber eben für die Ingenieurskarriere nicht mehr.

00:29:07: alles ist sagen wir so genauso wichtig.

00:29:09: es ist nämlich mit Menschen umzugehen Verantwortung zu übernehmen und auch dann Entscheidungen zu treffen wenn vielleicht nicht alle Informationen vorliegen.

00:29:18: Vielen Dank auf jeden Fall für das spannende Gespräch, deine interessanten Einblicke und dass du dir die Zeit heute genommen hast!

00:29:25: Es hat mir wunderbar viel Spaß gemacht.

00:29:27: ich danke auch dir vielleicht noch mal so von meiner Seite aus wenn ich das so resumieren darf

00:29:35: selbstverständlich sehr gerne

00:29:37: ist es die Fähigkeit die eine Ingenieurin ein Ingenieur mit sich bringen sollt eben Probleme zu verstehen kritisch zu denken, zu hinterfragen und aber auch die Bereitschaft gemeinsam Lösungen zu entwickeln den Kunden nutzen haben.

00:29:54: Und alles was es dafür braucht, braucht ziemlich viel Menschlichkeit und die fängt bei einem selbst an.

00:30:00: Das ist glaube ich ein guter Abschluss.

00:30:03: Die Menschlichkeit in sich selbst nicht vergessen.

00:30:07: Genau danke auf jeden Fall dass du da warst

00:30:09: Da nicht für wie wir Hamburger sagen.

00:30:11: Wenn ihr euch noch intensiver mit dem Thema Führung und dem Umgang mit Veränderungen beschäftigen möchtet, schaut gerne ins Stevens Buch Kursänderung – Leadership zwischen Transformationsdruck und Orientierung rein.

00:30:22: Den Link dazu findet ihr in den Shownotes.

00:30:25: Außerdem findet ihr auf Ingenieur.de viele weitere Angebote rund um eure Karriere von unserer Jobbörse bis hin zu unserem wöchentlichen Newsletter, Karrieren- und Leadership.

00:30:35: Alle Infos sind ebenfalls in den shownotes verlinkt.

00:30:37: Das war es für heute bei Bruttotyp.

00:30:39: Danke fürs Zuhören Und bis zur nächsten Folge.

Über diesen Podcast

Ohne Prototypen geht nichts in Serie. Unser Podcast ist Ihr Werkzeug, mit dem Sie Ihre Karriere in allen Phasen entwickeln - vom Studium bis zum Chefsessel.

Egal, ob Sie Ingenieurin, Mechatroniker oder Wissenschaftlerin sind: Prototyp begleitet Sie. Einmal im Monat sprechen die Redakteurinnen und Redakteure von ingenieur.de und VDI nachrichten mit prominenten Frauen und Männern aus Wirtschaft, Forschung und Bildung. Graue Theorie gibt's bei uns nicht. Stattdessen teilen Prototypen ihre Erfahrungen mit Ihnen, geben praktische Tipps für Ihren Erfolg und verraten spannende Details aus ihrem eigenen Berufsleben.

von und mit ingenieur.de

Abonnieren

Follow us