Prototyp – Der ingenieur.de Karriere-Podcast

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00:00:05: Hitzewallungen, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme.

00:00:08: Die Wechseljahre können sich nicht nur auf die Gesundheit sondern auch auf den Berufsalltag auswirken.

00:00:13: Trotzdem gelten sie in vielen Unternehmen noch immer als Tabuthema.

00:00:17: dabei befinden sich allein in Deutschland rund sieben Komma drei Millionen erwerbstätige Frauen in dieser Lebensphase.

00:00:23: aber warum wird diesem Thema am Arbeitsplatz noch so wenig Beachtung geschenkt?

00:00:27: darüber spreche ich heute mit Kerstin Hendricks.

00:00:29: sie ist Diplomökonomen Hochschuldezentin und Wechseljahre-Beraterinnen.

00:00:34: Herzlich willkommen bei Prototyp, dem Karriere-Podcast von Ingenieur.de.

00:00:38: Mein Name ist Anastasia Bukowicz und ich darf heute herzlich Kerstin Hendricks bei mir im Studio begrüßen!

00:00:44: Hallo Kerstine,

00:00:45: hallo Anastasia und vielen Dank für die Einladung!

00:00:48: Sehr gerne – kann man die Wechsel Jahre als Karrierekiller sehen?

00:00:53: Das ist ein sehr farbenfroher Ausdruck und so würde ich das gar nicht sehen, sondern... Ich würde das komplett von der anderen Seite sehen.

00:01:02: Wir haben Frauen und wir müssen ja auch immer wieder bei den Frauen festhalten.

00:01:06: Nicht jede Frau ist in den Wechseljahren Und auch wenn ich in den wechseljahren bin Ist das Erleben der Beschwerden Beziehungsweise der Symptomlast höchst individuell.

00:01:16: also es trifft nicht für jede frau zu.

00:01:18: Von dem her geht es mir darum, wie kann ich denn als Arbeitgeber meine Frauen die in den Wechseljahren sind?

00:01:26: In ihrer Leistungsfähigkeit und in ihre Gesundheit unterstützen.

00:01:30: Die Frauen verlieren ja durch die Wechseljährige nicht ihre Kompetenz.

00:01:34: Ganz im Gegenteil sie brauchen vielleicht nur eine andere individuelle Unterstützung oder einen anderen Rahmen um genau dieselben Leistungen wieder abzurufen.

00:01:42: Und deswegen ist das ganz weit davon entfernt ein Karrierekiller zu sein.

00:01:47: Man vergisst dabei auch immer, dass die Frauen, wenn sie die Wechseljahre hinter sich gebracht haben und in der postmenopausalen Phase angekommen sind, noch mal eine ganz zweite Schaffenskraft kriegen.

00:01:58: Wir erleben da, dass wir tolle Mentorinnen haben, wichtige Teammitglieder... viel Erfahrung auch bei diesen Frauen vorhanden ist, weil sie vielleicht schon lange in der Branche in dem Betrieb sind.

00:02:10: Und das sind ganz, ganz wichtige Mitarbeitende.

00:02:14: Das sind für mich immer so die Muskeln eines Unternehmens.

00:02:17: Wir wissen auch dass gerade die Frauengruppe zwischen forty-fünf und neunundvierzig Jahren die Frauenkruppe mit eighty-seven Prozent Beteiligung ist also die größte weibliche Gruppe unter den Arbeitenden

00:02:32: Muskeln des Unternehmens, das ist mir gerade direkt im Ohr hängen geblieben.

00:02:36: Was genau meinst du denn damit?

00:02:38: Also inwiefern sind Frauen in den Wechseljahren die Muskeln eines

00:02:41: Unternehems?".

00:02:43: Das meine ich von dem ganzen Altersspektrum, indem sich die Wechsel Jahre abfinden oder abwickeln können.

00:02:49: Sie können ja schon tatsächlich Mitte-Ende-Treißig beginnen – in der Regel starten sie mit Anfangvierzig und können dann zehn bis fünfzehn Jahre andauern.

00:03:00: Und das ist genau das Altersspektrum, in dem Frauen meistens den Höhepunkt ihrer Karriere erreichen.

00:03:08: Die größte Schaffenskraft haben.

00:03:10: lang mitgediente Mitarbeiterinnen sind sich in ihren Positionen gefunden haben vielleicht ja auch zurückkommen aus einer Teilzeitanstaltung wieder an die Vollzeit weil sich Situationen daheim geändert haben.

00:03:24: Kehrarbeit, familiäre ist vorbei die Kinder sind aus dem Haus und man möchte auch noch mal arbeiten und man will sich auch nochmal zeigen und beweisen dass man einen guten Job macht.

00:03:35: und das ist genau in diesem Bereich in dem auch die Wechseljahre liegen

00:03:41: Du hast ja den Zeitraum gerade schon angesprochen in dem wechseljahr häufig auftreten können.

00:03:47: was sind denn typische oder oftmals erscheinende Beschwerden, die Frauen besonders einstrengen können.

00:03:55: Wir haben da so eine Top-Fünf und da sind ganz an der Spitze Hitzewallungen, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Gelenkschmerz... depressive Verstimmung können auch dazukommen und das ist tatsächlich jetzt nur eine kleine Auswahl.

00:04:11: Wir wissen, dass es über dreißig verschiedene Symptome und Beschwerden der Wechseljahre gibt und auch hier immer wieder alles ganz individuell von nichts kann, alles muss wirklich alles dazwischen dabei.

00:04:25: man kann Eine kombinierte Art der Beschwerden haben, man kann einen Einzelbeschwerden aber trotzdem auch hier.

00:04:33: Es reicht schon eine Beschwerde-Last wenn die... Nehmen wir mal die Schlafstörungen Wenn sie sehr ausgeprägt sind oder Hitzewahlungen dann ist das bei vielen Frauen wirklich so im Umfang dass sie eine Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität empfinden.

00:04:48: Wir wissen, dass in Deutschland unter Wechseljahre beschwerden oder angeben, Wechsel-Jahre Beschwerden zu haben.

00:04:59: Und davon wiederum, dass eine Beschwerde, die Sie einschränkt angeben.

00:05:04: Das ist wirklich viele Frauen und das bedeutet aber auch im Umkehrschluss, dass jede Industrie jeder Arbeitgeber davon in irgendeiner Art und Weise betroffen sein wird.

00:05:16: Das ist schon mal auf jeden Fall ein guter Stichpunkt.

00:05:18: Wie ich bereits in der Einleitung erklärt hatte, sind ja sieben Komma drei Millionen erwerbstätige Frauen in Deutschland betroffen von Excel Jahren sei es jetzt Ende dreißig Mittevierzig.

00:05:30: Ich glaube das Alter spielt in dem fall keine große Rolle.

00:05:33: Warum ist das Thema immer noch so tabuisiert sowohl in der Gesellschaft als auch am Arbeitsplatz?

00:05:39: Das würde ich der differenziert darlegen.

00:05:41: also ich nehme war dass wir eine ganz große mediale Präsenz der Wechseljahre haben.

00:05:49: Und einer der Höhepunkte war zum Beispiel letztes Jahr im Mai, als der Spiegel das auf den Titel geholt hat und damit wirklich dann auch dem Thema allumfassend Raum und Platz gegeben hat.

00:06:00: Wenn wir uns anschauen wie sich in den letzten drei Jahren Podcastsendungen, Fachbücher Publikationen und auch jetzt aktuell Fernsehbeiträge zu diesem Thema entwickelt haben, dann könnten wir fast schon sagen die Sprießen wie Pilze aus dem Boden.

00:06:16: Das heißt Wir haben es gesellschaftlich angefasst das Thema.

00:06:24: rauszuholen oder haben es vielleicht auch schon geschafft, weil wir es besprechbar gemacht haben.

00:06:28: Und das ist immer das erste Mittel ein Tabu zu brechen indem ich es besprechbar mache, in dem ich den Mittelpunkt stelle und Informationen darüber verteile.

00:06:39: was wir noch nicht geschafft haben ist dass wir den Unternehmen Rüstzeug an die Hand gegeben haben wie sie es im eigenen Unternehmen umsetzen können.

00:06:50: also für mich Nicht mehr so eine Frage des Tabus, sondern vielmehr eine Lücke auf der Umsetzungseite.

00:06:59: und wir wissen auch aus einer aktuellen Umfrage unter Personalern.

00:07:04: Die haben angegeben dass nur sieben Prozent der Unternehmen das Thema Wechseljahre bis dato adressieren.

00:07:11: deswegen müssen wir uns fragen warum machen das die anderen ninety drei Prozent nicht?

00:07:15: Und da kommen natürlich viele Faktoren zusammen.

00:07:17: zum vereinen Mal vielleicht Unwissenheit also über das Thema generell.

00:07:22: wenn die Führungsspitze überdurchschnittlich männlich geprägt ist, ist vielleicht der persönliche Bezug zu dem Thema noch gar nicht so da gewesen.

00:07:33: Dann höre ich natürlich oft das Argument Ja, das haben wir jetzt seit fünfzig Jahren nicht gemacht.

00:07:37: Da müssen wir doch jetzt auch nicht damit anfangen.

00:07:39: was ist denn los?

00:07:41: Da gehe ich gerne gleich nochmal drauf ein.

00:07:43: und wir haben dann natürlich auch nochmal diese Situation dass die Unternehmen erkennen Ein ganz entscheidender Faktor, auch für ein zukunftsorientiertes Unternehmen ist.

00:07:57: Aber nicht wissen wie sie es umsetzen sollen.

00:07:59: und warum ist es für einen Unternehmen so entscheidend?

00:08:03: Das Unternehmen hat ja ganz viel schichtige Herausforderungen.

00:08:06: wir haben einen Fachkräftemangel Wir haben die aussteigenden Babyboomer Und wir haben die gebotenschwachen Jahrgänge.

00:08:13: das heißt wir haben eine klucht in absehbarer zeit von über acht hundert tausend arbeitsplätzen die unsere Frauen in ihrer Arbeit so zu unterstützen, dass sie uns erhalten bleiben.

00:08:27: Dann haben wir ja nochmal eine zusätzliche Zuspitzung auf dem Arbeitsmarkt und das sollte ein Unternehmen im eigenen Interesse abwenden und

00:08:36: vermeiden.".

00:08:37: Auf jeden Fall!

00:08:38: Das heißt es ist weniger ein Tabuthema sondern ein Thema was eher im privaten Raum stattfindet und zu wenig Sichtbarkeit am Arbeitsplatz bekommt.

00:08:50: Oder verstehe ich das nicht richtig?

00:08:53: Also da gibt es kein richtig und keinen falsch, aber da würde ich dem entgegenhalten.

00:08:57: Und entgegensetzen wollen.

00:08:58: die Arbeits- oder die Wechseljahre hören ja nicht an der Bürothüre auf.

00:09:03: Es ist ein Thema dass ich natürlich privat erlebe.

00:09:08: Jedoch wenn ich eine große Beschwerde last habe, die mich einschränkt hat das natürlich im gewissermaßen auch eine Auswirkung auf meine Arbeitsfähigkeit oder meiner Arbeitssituation.

00:09:20: Und in dem Fall, weil ja auch Unternehmen eine Fürsorgpflicht haben, dass es ihren Mitarbeitenden gut geht – in Gesundheit und in Leistungsfähigkeit ist das ein Thema, was auch Arbeitgeber anerkennen müssen.

00:09:33: Es ist nicht so, dass wir das Rad neu erfinden müssen.

00:09:37: Wir haben ja schon bewiesen beim Thema Rücken, beim Thema Schwangerschaft.

00:09:41: Wir können das alles umsetzen!

00:09:43: Ich möchte auch an der Stelle den Arbeitgebern die Sorge nehmen, dass sie da jetzt einen riesigen Maßnahmenkatalog bekommen und hunderttausende von Euro in die Hand nehmen.

00:09:55: Nein das ist es nicht!

00:09:56: Manchmal sind die Maßnahmen wirklich viel einfacher als man denkt und auf der Gegenseite gibt es ja auch immer noch die Abwägung was passiert denn wenn Sie nichts tun?

00:10:06: Wir wissen, dass fast zwanzig Prozent der Frauen über Arbeitszeitreduzierung in den Wechseln Jahren nachdenken.

00:10:11: Das ist ein unglaublich großer Anteil, wir reden über Jobwechsel der im Raum steht.

00:10:18: Den stillen Rückzug also das sind viele Faktoren die passieren und die passieren nicht an der Oberfläche Das kriegt man vielleicht gar nicht mit weil beim Offboarding ja auch nicht fragt gehen sie wegen Wechseljahres beschwerden?

00:10:30: haben Sie deswegen gekündigt?

00:10:32: Und da ist so viel Potenzial drin aber auch so viel Gefahr wenn man es nicht adressiert.

00:10:37: Du wirst dann ja genau in dieser Schnittstelle von betroffenen Frauen und Unternehmen tätig als Wechseljahre-Beraterin.

00:10:44: Verstehe ich das richtig?

00:10:46: Ja, und ich bin in der Eins zu Eins.

00:10:48: Beratung bei Betroffenen und Frauen deswegen da immer an der vordersten Linie Und meinen Anspruch ist es den Wechsel Jahren eine Perspektive zu geben nicht nur in einer Beratungen sondern dass sich Unternehmen stütze die unterstützt sondern dass ich Unternehmen unterstütze, die Wechseljahre als nachhaltigen Prozesse im Unternehmen zu verankern.

00:11:09: Wie kommst du überhaupt zu diesem Thema?

00:11:12: Warum das Thema Wechsel-Jahre?

00:11:14: Tatsächlich aus persönlicher Betroffenheit!

00:11:16: Ich habe einen bunten Strauß an Beschwerden gehabt und es hat mich Jahre gedauert bis die Ärzte das mir überhaupt den Wechsel Jahren zugeordnet haben.

00:11:27: Ich hab da viel Zeit verloren in der Prävention in meiner eigenen Gesundheitsunterstützung.

00:11:33: Und dann habe ich aus diesem Anlass heraus die Entscheidung getroffen, Wechseljahreberaterin zu werden um anderen Frauen meine Odyssey zu ersparen und als mir bewusst wurde in der Ausbildung wie eklatant unsere systemische Lücke ist.

00:11:49: das heißt Frauenärzte lernen nichts über die Wechsel Jahre.

00:11:53: man müsste eine zweijährige Zusatzfacharztqualifizierung machen Und Arbeitnehmer wissen, ob der Situation nicht und wissen nicht wie sie handeln sollen.

00:12:03: Da war es einfach mein Anspruch diese Weiterbildungwechseljahre Manager zu entwickeln, um zu sagen wir haben hier befähigte Leute mit einer Zusatzqualifikation die helfen können genau dort wo es von nöten ist eine Linderung und eine Adressierung des Themas zu bringen.

00:12:21: Fällt dir eine Situation ein?

00:12:24: So ein einschneidendes Erlebnis an dem du sozusagen diesen Wendepunkt erlebt hast oder war das wirklich so ne Staffelung von vielen... Kleine Situationen, die eben dazu geführt haben.

00:12:35: Dass du irgendwann gesagt hast, so kann das nicht weitergehen?

00:12:38: Ich hab tatsächlich und das erlebe ich auch immer wieder in der Beratung Das Gefühl gehabt dass man mir was nicht stimmt also dass mein Körper nicht funktioniert Und ich habe von den Ärzten immer zu hören bekommen blutwerte sind doch super passt doch alles?

00:12:51: Nein aber es funktioniert.

00:12:52: so viel ist nicht mehr.

00:12:53: ich schlafe schlecht ich habe Hitzewallungen ich habe Gelenkschmerzen.

00:13:02: Merci Werbung anfangen zu heulen, das kenne ich so von mir alles gar nicht.

00:13:06: Und Frauen neigen dazu den Fehler immer erst mal bei sich zu suchen.

00:13:11: Habe ich was falsch gemacht?

00:13:12: Also habe ich schlecht geschlafen weil vielleicht ein Glas Wein zu viel hatte oder ... habe ich zu doll Sport gemacht, war zu aufgeregt.

00:13:19: Es gibt immer so viele gute Gründe die auf dieses Thema einzahlen und das liegt auch oft daran dass Frauen nicht wissen wann die Wechseljahre losgehen und die ersten Anzeichen auch gar nicht zuordnen können weil wir es in der Schule ja auch nicht gelernt haben, haben sie auch keiner erklärt Und das war für mich dann, als ich in so einer medizinischen Sackgasse angekommen bin.

00:13:38: Dass mir keiner mehr Hilfe gegeben hat und der einzige Ratschlag war ja, dann könnten wir auch mal einen vierzehntägigen Cortison-Chur machen, dann wird es schon wieder besser.

00:13:49: Dann habe ich mir gesagt ... Das war tatsächlich die Initialzündung, dass ich gesagt habe, ich möchte zumindest mündige Patientinnen sein.

00:14:00: wenn mein Gegenüber schon nicht tief ins Thema reingeht, dann möchte ich die richtigen Fragen mitbringen.

00:14:05: Dann möchte ich einen Grundwissen haben um für mich dann die richtungen Entscheidungen zu treffen.

00:14:11: das war mein Ausgangspunkt.

00:14:13: und als Wechseljahre-Managerin du hast ja gesagt du führst so eins zu eins Beratungsgespräch aber wirst auch mit Unternehmen sozusagen dann aktiv sage ich mal was genau beinhaltet diese Funktion des wechseljahrmanagers

00:14:29: der wechsel jahre manager Den, den du ja an der ARCAD University als Weiterbildung sechs Monate geht, dass studieren kannst.

00:14:38: Befähg die Studenten, den ganzen Prozess der Wechseljahre im Unternehmen anzusprechen und zu verankern.

00:14:45: Sie sind quasi die Projektleiter, die Schnittstelle zu den relevanten Abteilungen, es ist Ihre Aufgabe eine Bedarfsanalyse zu machen.

00:14:54: Was haben wir schon im Unternehmen an anderen Maßnahmen?

00:14:56: Was können wir für die Wechseljahre ebenso gut umsetzen?

00:15:00: Was brauchen wir Neues?

00:15:01: und alles was eingeführt wird in diesem Prozess Die wechseljahr in der Unternehmenskultur zu verankern steuert der Wechseljahremanager oder die Wechsel-Jahre-Managerin.

00:15:12: Es ist eine Schnittstelle, sie orchestriert quasi den ganzen Fahrplan und ist dabei aber nicht medizinische Fachkraft.

00:15:20: Sie erkennt die und kann damit umgehen, die Anzeichen und die Phase in der Wechseljahrene aber nicht auf zellulärer Ebene – das ist auch gar nicht vernöten!

00:15:28: Weil es geht nicht um medizinisch Beratung, sondern darum einen strukturellen Prozess, eine Bedarfsanalyse zu machen Maßnahmen einzuführen, vielleicht ein Pilotprojekt umzusetzen.

00:15:39: Da muss auch immer evaluieren was funktioniert für meine Branche?

00:15:43: Was funktioniert für mein Betrieb?

00:15:44: Was brauchen meine Angestellten wirklich und dann nach der Anpassungsmaßnahme das dann wirklich zu launchen und einzufüllen.

00:15:53: und es ist auch nichts was da nach zwölf Monaten vorbei ist weil Wechseljahre... Und das ist das Schöne aber auch an dem Thema auch für die ganze Belegschaft vom großen Nutzen sein kann.

00:16:02: Wechseljahre beinhaltet auch Herzgesundheit, Frauenherzen schlagen anders als Männerherzen – aber das was Frauenherzeln hilft, hilft auch Männerherzten!

00:16:11: Das heißt ich habe da schon wieder so eine Win-win Situation und wenn mich mich um die Frauen gesund hat im Thema kümmerer können andere Teile der Belegenschaft genauso partizipieren.

00:16:19: oder ein anderes Beispiel.

00:16:21: Frauen sollten in den Wechsel Jahren deutlich proteinhaltiger oder proteinlastiger essen.

00:16:26: Habe ich aber auch etwas davon vielleicht einen Gang anbiete, der ausgesprochenen Protein orientiert ist.

00:16:34: Freuen sich die anderen ja auch!

00:16:36: Das ist nicht so, dass man – und das ist mir immer wichtig – eine separate Gruppe betrachten und dadurch vielleicht nochmal einen Stick mal produzieren.

00:16:45: Und sie noch so ein Aufkleber an die Schulter machen, ich bin in den Wechseljahren?

00:16:49: Nein gar nicht!

00:16:50: Sondern die Maßnahmen für die wechseljahre Frauen greifen für die ganze Belegschaft und bringen wirklich eine tolle Ausgangssituation und wir wissen dass das Unternehmen davon auch unglaublich profitiert.

00:17:04: Also, das hast du ja gerade richtig angesprochen.

00:17:06: Wenn man solche speziellen Angebote für Frauen in den Wechseljahren im Unternehmen einführt, dann besteht die Gefahr, dass bestimmte Stigma oder Rollenbilder zugeschrieben werden und dass Frauen in dem Alter vielleicht als weniger belastbar gesehen werden oder als ein Anführungsströchen schwächer als Frauen, die jünger oder älter sind?

00:17:31: Wie stehst du dazu?

00:17:32: Das ist eine super Frage, die mir ganz oft gestellt wird.

00:17:36: Und das ist ein klassisches Beispiel dafür was passiert wenn man keine Informationen über das Thema hat und das erlebe ich im Unternehmen auch immer wieder.

00:17:45: also wichtig ist wenn ich die Wechseljahre einbringe im Unternehmen dass sich immer erst mal mit einer allgemeinen Informationsveranstaltung für alle Mitarbeitenden anfangen und dann haben wir da schon sehr viele Aha-Momente das nämlich entweder Frauen die noch vom Alter her entfernt, zu sagen oh Mensch ich wusste ja gar nicht was da alles kommen kann.

00:18:06: Gut dass ich da jetzt schon Bescheid weiß, da kann ich ja schon mal ein bisschen anfangen mich zu sortieren und mal zu gucken wenn es dann losgeht das ich da gut aufgestellt bin.

00:18:15: Es betrifft aber also die Wechseljahre sind keine Krankheit eine Lebensphase aber die betriffte trotzdem die Hälfte der Bewältbevölkerung irgendwann einmal.

00:18:23: Und was ich denn immer wieder erlebe ist, dass Männer so erstaunt sind Oh Gott, das will ich.

00:18:29: Ich habe ja gar nicht gewusst wie schlecht es euch gehen kann und Männer sind genauso mit betroffen.

00:18:35: Sie sind Partner sie haben vielleicht ein Schwester sie haben Mitarbeitende sie haben Kolleginnen also auch der Mann kommt ja in der Wahrnehmung Nicht rum um.

00:18:46: sobald wir aber damals so den Vorhang wegnehmen und sagen guckt euch mal die Lebensphase an das kann passieren die und die Phasen gibt es, nichts muss.

00:18:56: Aber nur dass ihr Bescheid wisst!

00:18:58: Dann haben wir schon mal ein Grundverständnis da.

00:19:00: und sobald wir Wissen haben ist das Thema Stigma- und Tabuisierung auch schon wieder vom Tisch und natürlich brauche ich dann noch eine Klammer und Leitplanken um das Thema gut zu spielen.

00:19:12: aber dieser Basis, dass die Vermittlung von Basiswissen ist das A und O diesen Prozess zu beginnen und zu vermeiden.

00:19:21: Dass man denkt, Frauen sind weniger leistungsfähig.

00:19:23: Sind sie ja gar nicht?

00:19:24: Sie haben vielleicht nur individuell andere Bedürfnisse und das hört sich jetzt so groß an... Das ist es aber gar nicht!

00:19:32: Ich mach dir mal ein Beispiel an Astasia.

00:19:35: Wenn du jetzt... Bist du wahrscheinlich wechseljahretechnisch noch nicht mittendrin oder auch noch nicht mit dabei und hast noch ein bisschen Luft?

00:19:42: Aber stell dir einfach mal vor, du hast vor zehn Tagen lang schlecht geschlafen und wechseljahre schlecht schlafen heißt.

00:19:51: Du schläfst vier fünf Stunden und das mit Unterbrechungen oder auf mehr kommst du vielleicht gar nicht mehr?

00:19:57: Das kannst du ja gerne mal ausprobieren.

00:19:58: und die alle zwei Stunden abends mal in der Nacht sind wegerstellen.

00:20:01: ich bin mir sicher nach vierzehn Tagen kommen dann noch andere Sachen hinzu.

00:20:05: da bist ein bisschen dünn heutiger.

00:20:06: Vielleicht ist die Reizschwelle nicht mehr die diesmal war.

00:20:10: Konzentrationsprobleme Da kommt einiges hinzu.

00:20:14: Und wenn ich dann aber in einem Bürobetrieb jetzt sagen würde, Mensch ... Ich habe einen Großraumbüro und ich weiß dass meine Mitarbeiterin gerade im Thema damit hat Kann ich ihr nicht die Möglichkeit geben, einen Rückzugsbüro zu haben in dem es ruhiger ist?

00:20:28: In dem sie vielleicht mal vier Stunden konzentriert arbeitet.

00:20:32: Da muss er ja nicht für immer sitzen.

00:20:33: also diese Maßnahmen sind auch immer zeitlich begrenzt.

00:20:36: wir reden hier nicht davon dass so etwas intensiv zehn Jahre begleitet werden muss sondern da geht es um Veränderungen im Zeitraum vom halben zwei drei jahre in denen man sich auch immer wieder gegenseitig abstimmt und sagt, was brauchst du denn noch?

00:20:50: Ist es so noch gut oder etwas

00:20:51: anderes?".

00:20:51: Und das war jetzt nur ein ganz kleines Beispiel.

00:20:53: Wenn ich jetzt dran denke an eine Produktionsmitarbeiterin, die in der Werkheile steht.

00:20:59: Die hat oft ja nicht mal einen Zugang zu digitalen Medien.

00:21:02: Die Kollegen am Arbeitstisch können super im Webinar über Wechseljahre oder gute Ernährung oder Herzgesundheit mitmachen.

00:21:09: Das heißt, ich brauche als Unternehmen da eine andere Strategie.

00:21:12: Wie ich das Wissen für meine Mitarbeitenden auf der Baustelle oder an der Produktion auch spielen kann.

00:21:17: Aber die Möglichkeiten gibt es ja!

00:21:19: Also das ist ja nicht... Und nochmal wir müssen das Rad nicht neu erfinden?

00:21:23: Wir müssen es nur etwas anders denken.

00:21:25: Eine Maßnahme hast du ja gerade schon angesprochen nämlich so ein separates Büro oder irgendwie einen Ruheraum wo man sich irgendwie für ne Zeit lang hinbegeben und dort in Ruhe arbeiten kann falls es erwünscht ist.

00:21:38: Homeoffice oder auf flexible Arbeitszeiten sind ja auch Maßnahmen, die häufig in dem Zusammenhang angesprochen werden.

00:21:46: Aber wie du gerade richtig gesagt hast eine Ingenieurin zum Beispiel, die in der Produktion oder auf der Baustelle tätig ist, wird ihr jetzt nicht mal eben im Homeoffices arbeiten können?

00:21:55: Oder zu einer anderen Arbeitszeit als jetzt die Produktion läuft arbeiten können.

00:22:01: Welche Maßnahmen gibt es in so einem Zusammenhang, die vielleicht den Ingenieuren da draußen helfen könnten?

00:22:08: Der Zugang zu Toiletten ist immer ein Thema.

00:22:10: Wir wissen, dass Frauen in den Wechseljahren einfach andere Bedürfnisse haben und öfter mal zur Toilette möchten.

00:22:18: Eine Ausstattung mit Hygieneartikeln auch auf der Baustelle sollte möglich sein!

00:22:22: Wir brauchen auch, wir müssen uns darüber Gedanken machen.

00:22:25: Kommen die an genug Trinkwasser ran?

00:22:27: Also wenn ich Hitzewahlungen habe ist das einfach ein sehr hilfreiches Tool!

00:22:31: Ich weiß nicht wie im Regelfall Baustellen mit Uniformen ausgedeckt sind.

00:22:36: also ich gehe mal vom Sicherheitshelmen aus da brauchen wir vielleicht nicht drüber sprechen.

00:22:40: aber wenn ich in einem Betrieb bin indem ich mit Arbeitsuniform arbeite es ist natürlich für jemandem mit Hitzewallungen die Höchststrafe wenn er dann hundert Prozent Polyester trägt.

00:22:52: Das macht es wirklich nicht besser.

00:22:54: Wenn ich aber hier angreife und da kommen wir auf das zurück, was wir vorhin schon gesagt haben natürlich mache ich dann nicht nur... die Arbeitsbekleidung für Frauen in den Wechseljahren vielleicht mit dem weiteren Schnitt und aus Baumwolle also einfach angenehmer, sondern für die ganze Belegschaft.

00:23:09: Weil sonst laufen sie ja wie mit der Fahne rum und sagen so ach guck mal jetzt hat sich auch die Wechsel Jahre.

00:23:14: das müssen wir vermeiden.

00:23:16: aber wenn mir dass die Maßnahme für alle ausrollen dann haben wir ja schon wieder was Positives auch erreicht und es sind auch diese.

00:23:24: Was den Frauen wichtig ist, das wissen wir aus Umfragen und Studien.

00:23:28: Die möchten verständnisvolle Führungskräfte haben und sie möchten vor allem einen Rahmen haben in dem die Wechseljahre auch angesprochen werden.

00:23:38: Wir wissen dass zweiundfünfzig Frauen sagen es ist ein absolutes Tabuthema.

00:23:43: darüber wird gar nicht gesprochen.

00:23:45: deswegen ist es die Aufgabe der Unternehmensführung zu überlegen wie kann ich denn da einen Rahmen geben?

00:23:52: Du hast mich nach Maßnahmen gefragt.

00:23:54: Das können auch, man kann auch Menopausencafés digital oder in Persona umsetzen also eine Plattform bieten indem sich Frauen austauschen können ohne große Moderation einfach nur so das wo steht ja wie geht es dir?

00:24:08: Wie geht's mir?

00:24:10: Arbeitsmodelle haben wir schon gesprochen ist aber immer wichtig dass man die Informationen im Unternehmen weiterstreut.

00:24:18: Könnte ich im Internet ein Leitfaden auslegen?

00:24:20: Gibt es für meine Führungskräfte Unterstützung bei der Gesprächsführung, wobei noch mal auch die Führungskräfte sind nicht medizinische Berater.

00:24:27: Da geht's einfach nur darum, im direkten Gespräch rauszufinden ob hier Unterstützungsbedarf da ist und was von eklatanter Wichtigkeit ist dass das in adressierten und vertrauensvollen Ansprechpartner im Unternehmen geht.

00:24:41: und das wäre der Wechseljahremanager bei dem man auch hingehen kann und sagen kann Ich würde mir gerne Informationen holen.

00:24:48: Vielleicht will ich nicht mit meiner Führungskraft reden, gehe ich zum Exceljahre-Manager und kann dort sehr diskret ohne dass es jemand mitkriegt mich über die Programme, über Maßnahmen oder Unterstützung informieren und dort laufen Wissen und Fäden einfach zusammen und deswegen ist so diese Position und das wissen wir auch wenn wir nach England schauen.

00:25:09: Dort hat man sehr früh so Positionen, so Zusatzqualifizierungen eingeführt und hat wahnsinnig gute Erfolge.

00:25:15: Und auch eine gute Akzeptanz – auch in Ingenieurberufen!

00:25:19: Du hast ja gerade schon gesagt es wäre auch eine Möglichkeit oder das wäre wichtig dass die Führungskraft ein da irgendwie unterstützt und potenziell ein offenes Ohr bietet, sag ich mal wenn man sich unwohl fühlt oder mit Beschwerden zu kämpfen hat.

00:25:36: Nehmen wir mal an, ich leite ein Team von Ingenieuren und Ingenieurinnen.

00:25:39: Und merke das eine meiner weiblichen Mitarbeiterin ja nicht mehr die Leistung sage ich mal an den Tag bringt, die ich von ihr gewohnt bin.

00:25:49: Wie spreche ich ein solches Thema

00:25:52: an

00:25:53: ohne Grenzen zu überschreiten?

00:25:55: Also ich kann ja nicht einfach direkt auf die Person zugehen und sagen Ja, ich hab gemerkt du arbeitest nicht mehr so wie sonst auch.

00:26:02: Hast du deine Wechseljahre bekommen oder ne?

00:26:05: Wie man sonst halt irgendwie fragt hast du deine Tage bekommen oder so?

00:26:08: also ist ja auch irgendwie nicht so eine Frage die man vor allem sage mal als männlicher Chef vielleicht stellen sollte.

00:26:14: Wie geht man sowas an ohne in dein Fettneppchen zu treten und die Person von den Kopf zu stoßen?

00:26:20: Das ist eine sehr berechtigt und natürlich auch eine sehr gute Frage.

00:26:25: Wir dürfen jetzt aber auch mal voraussetzen, dass wir ja von Führungskräften sprechen die das vielleicht auch nicht erst seit gestern machen.

00:26:31: Also eine gute Führungskraft zeichnet sich dadurch aus, dass sie in einem guten Austausch mit ihrem Team und den Einzelpersonen ist.

00:26:40: Und im Idealfall gibt es ja Feedback-Runden mit den einzelnen Teammitgliedern, die nicht nur einmal im Jahr sind wenn man zur Zielerreichung sich zusammensetzt und sich anschaut sondern indem in kürzeren Distanzen im Austausch ist, um vielleicht Überleistung oder Unterstützung zu sprechen und so einem Rahmen.

00:27:02: Und man muss ja auch immer berücksichtigen dass nicht jede Frau darüber sprechen möchte.

00:27:08: also es muss immer klar sein dass die Frauen dieses Angebot auf freiwilliger Basis annehmen können.

00:27:13: das ist nichts was verpflichtend ist sondern wenn sie das Bedürfnis haben.

00:27:16: und als Führungskraft ist der einfachste Weg indem ich da ein eine offene Fragestelle in dem kann es sein, dass du dir an der einen oder anderen Stelle eine andere Unterstützung brauchst.

00:27:30: Wenn sich bei dir irgendwas geändert hat ist habe ich das natürlich sehr plump formuliert.

00:27:34: Ich gehe mal davon aus die Führungskräfte, die das Tag täglich machen, das etwas galanter formulieren als ich.

00:27:39: und natürlich hat das Unternehmen ja auch die Aufgabe seine Führungskräfte abzuholen.

00:27:45: also für mich nicht eine Frage.

00:27:47: Die Wechseljahre sind eine Frage der Führung, aber nicht der Föhrungskräfte.

00:27:51: Sondern die Unternehmensführung muss ja erst mal den Rahmen geben und die Führungskraft hat die Aufgabe das Gespräch anzustoßen und aber im Gespräch auch gerne zu verweisen auf die Wechsel-Jahre-Managerin, auf einen Betriebsarzt, auf Angebote, die es schon gibt.

00:28:09: Also ist jetzt nicht dieses, die Föahrungskraft muss hier helfen sondern dass quasi die Brücke zu den Angeboten.

00:28:17: Und dazu muss aber die Führungskraft wissen, was das Unternehmen anbietet.

00:28:20: und dann gibt es ja immer noch den kleinen Bereich der individuellen Abstimmung.

00:28:25: also kann die Fährungskrafter auch immer noch Regulatorien in der Hand?

00:28:29: Kann sie zum Beispiel anbieten zu sagen du kannst jetzt mal eine Zeit lang keine Nachtschicht machen oder du fängst ne Stunde später an Oder oder wir haben eine andere Pausenregelung.

00:28:40: Das hilft auch vielen schon egal in welcher Industrie wenn man nicht nur sagt Du hast die Mittagspause, sondern alle zwei Stunden eine kleine Pause zum Beispiel.

00:28:49: Dass man mal kurz sich frisch machen kann, sich zurückziehen kann und sich noch einmal sammelt.

00:28:54: So was sind alles?

00:28:54: auch schon Maßnahmen, die nichts kosten?

00:28:57: Über Maßnahmen haben wir ja gerade schon viel gesprochen und das sind auf jeden Fall, finde ich, Maßnahmen die jetzt nicht irgendwie danach klingen als müsste man da viele im Unternehmen verändern, sondern das ist wirklich kleine Schritte, die aber schon ne große Wirkung haben können.

00:29:12: In technischen Berufen ist es ja oft so wie wir gerade schon auch bei den Maßnahmen festgestellt haben, dass unterschiedliche Herausforderungen gelten können.

00:29:20: Das heißt eine Ingenieurin arbeitet zum Beispiel im Entwicklungsbüro die andere auf der Baustelle dann gibt's noch eine die in der Produktion arbeitet oder eben auch in Schichtbetrieben.

00:29:29: das ist ja auch sehr häufig in technischen berufen der Fall.

00:29:34: welche besonderen Herausforderung.

00:29:36: können denn hier Frauen in den Wechseljahren begegnen?

00:29:40: Wie du das ja schon skizziert hast.

00:29:42: Wir haben die Mitarbeitenden, die in einem Bürobetrieb eingebunden sind und wahrscheinlich von acht bis siebzehn, achtzehn Uhr arbeiten.

00:29:54: Da sehe ich die größte Herausforderung auf zwei Ebenen.

00:29:58: und was mache ich denn wenn ich mir vorstelle?

00:30:00: Ich bin im Meeting und habe Hitzwallungen und mir tropf der Schweiß von der Nase und ich soll aber jetzt gerade die aktuellen Zahlen präsentieren in Mittelmanagement hochgradig unangenehm.

00:30:12: also da wäre es natürlich eine Lösung wenn man weiß hat mit diesem Thema gerade zu tun, vielleicht nicht in diesen Meetings persönlich dabei sein zu müssen sondern dass man das hybride sich aus dem Homeoffice zuschalten kann.

00:30:26: Also Homeoffices ist dann natürlich immer eine schöne praktikable Lösung.

00:30:30: ich gebe aber zu bedenken.

00:30:31: Gerade wenn man jetzt über Stimmungsschwankungen spricht wissen wir auch, dass HomeOffice nicht immer die allerbeste Lösung ist.

00:30:38: Man braucht den Austausch mit Kollegen und man braucht auch das soziale Miteinander daheim alleine um sich im Kämmerchen wegzusperren ist auch nicht immer die allerbeste Lösung.

00:30:48: Also das heißt eine gewisse Individualität und Flexibilität hier in der Abstimmung wäre super!

00:30:55: Was immer noch ein Thema ist, was ganz selten angesprochen wird es gerade bei Führungskräften dass diese betroffenen Mitarbeiterinnen zu einer Überpräsenz neigen.

00:31:06: Die trauen sich nicht darüber zu sprechen und sich Unterstützung zu holen merken aber dass es ihnen vielleicht phasenweise nicht so leicht von der Hand geht und arbeiten dann umso länger und um so härter, damit dieses Defizit niemand auffällt.

00:31:21: Aber natürlich fällt es im Team ja auch auf!

00:31:24: Und damit sende ich ja auch als Unternehmen nicht das beste Signal.

00:31:29: Das heißt Ich sehe dass jemand mehr Kraft reinstecken muss, als er sollte noch mehr Zeit reinsteckt und sich nicht erlaubt.

00:31:38: Sich um sich zu kümmern.

00:31:39: Und das geht ja ... Das ist so was Non-verbales, was dann auch ins Team reinsickert, die dann auch denkt Boah also wenn ich das nächste Mal Kripper hab' und vierzig Fieber muss ich ja arbeiten meine Vorgesetzte arbeitet ja auch.

00:31:49: Also da... Die Signalwirkung ist hier auch etwas über dass man sich Gedanken machen muss möchte Ich, dass das Unternehmen so haben Und dann resultieren gerne aus solchen nicht regulierten Situationen ja ein stiller Rückzug.

00:32:04: Da kommt die stille Kündigung, dass man sagt, ich komme hier, ich schaffe es einfach nicht mehr und das wäre vielleicht auch so einfach gewesen hier zu unterstützen mit wenigen Mitteln.

00:32:15: was sich aber An der Stelle auch sagen möchte es, das ist nicht das Plädoyer, dass die Arbeitgeber hundertprozentig Verantwortung tragen.

00:32:24: Jede Frau hat eine eigene Verantwortung sich medizinisch gut betreuen zu lassen und sich einen guten Gynäkologen zu suchen, der mit ihr durch diese Zeit geht.

00:32:31: Das war jetzt so die Perspektive auf den Bürobetrieb und Schichtbetrieb mit Produktion.

00:32:39: Da habe ich oder Pflegeberufen, das sind wir da ein bisschen weiter weg von den Ingenieuren, natürlich haben wir in Ingenioren gefragt.

00:32:44: aber diese Nicht-Flexibilität in Arbeitszeiten, das habe ich ja in vielen Berufen und hier in der Produktion sehe ich tatsächlich die Herausforderung.

00:32:56: wie könnte man es schaffen vielleicht mit der Springerregelung für eine Entlastung zu sorgen?

00:33:03: Das wäre ein Ansatz, wie kann ich meine Hallen ausstatten oder dass das Hygieneartikel verfügbar machen.

00:33:11: Kann ich zusätzliche Arbeitskleidung zur Verfügung stellen, dass man öfter wechseln kann?

00:33:15: Das wären so diese Sachen um die Wechseljahre im konkreten Betrieb aufzufangen also im Betrieb am Band und auf der Baustelle.

00:33:26: Also habe ich relativ wenig Baustellenerfahrung.

00:33:28: Ich stelle mir das aber ziemlich schwierig vor, weil du ja auf weitem Feld bist mit Dixitoletten oder mit Containern.

00:33:37: Eine kollegiale Unterstützung ist natürlich auch immer ein Thema die kann aber nur erfolgen wenn da halt das Grundverständnis dann schon da ist und natürlich möchte ich nicht zu Lasten meines Teams arbeiten oder mich zurückziehen.

00:33:52: Genau hier brauche ich dann auch so diese kleinen Punkte, mit denen ich mich durch den Tag angeln kann.

00:33:57: Da ist bestimmt eine Herausforderung ein Zugang zu einer ordentlichen Toilette zu haben und vielleicht nicht auf eine... Unisex Toilette gehen zu müssen und vielleicht muss es in irgendeinem Produktionsbüro dann so was wie ein Notfallrucksack geben, indem Hygieneartikel und sonstige Artikel die in dieser Zeit hilfreich sind zu unterstützen.

00:34:19: Eine Raumtemperatur-Regelung ist auch ein ganz großes Thema.

00:34:24: ich stelle mir jetzt vor da sitzen die Menschen bei den deutschen Sommern, die wir so haben bei forty fünf grad Blechcontainer mit einer kleinen Klimaanlage.

00:34:35: Das ist natürlich auch etwas, was es schwerer macht.

00:34:37: Also Aumregulierung, Zugang zu Kühlen, Trinkwasser – das sind sicherlich Herausforderungen die man auf der Baustelle hat.

00:34:46: Ingenieurberufe sind ja immer noch sehr stark männlich dominiert.

00:34:49: also im Jahr zwanzig waren im Maschinenbau zum Beispiel nur elf Prozent Frauen im Vergleich zu Männern vertreten.

00:34:57: Gibt es aus deiner Erfahrung heraus einen Unterschied ob eine Frau überwiegend in einem weiblichen Team arbeitet oder beispielsweise die einzige Ingenieurin unter zehn Männern ist, was das Thema Wechseljahre angeht.

00:35:10: Wenn ein Unternehmen die Wechsel Jahre nicht besprechbar macht... Nicht das Signal sendet, es ist in Ordnung.

00:35:19: Wir haben erkannt da gibt's ein gesundheitliches Thema.

00:35:23: Es ist fast unerheblich ob ich jetzt in einem Frauen orientierten oder einen Männer lastigen Beruf bin weil Ich als Mitarbeiterin ja immer die signalwirkung bekomme.

00:35:34: Im Unternehmen wird es nicht gesehen dass heißt es passiert Es ist kein wechseljahresfreundlicher Arbeitsplatz, es wird nicht gesehen.

00:35:43: mein gesundheitliches Thema.

00:35:44: Ich spreche darüber besser nicht weil ich erwarte eine Benachteiligung.

00:35:49: Wir wissen aus einer aktuellen Umfrage das jede sechste Frau befürchtet dass sie wenn Sie ihre Wechsel Jahre beschwerden kundt tut in einem Unternehmen Indem dieses thema noch nicht gespielt wird Eine konkrete benachteiligung erfährt indem ihr gute Projekte vielleicht weggenommen werden oder sie bei einer Beförderung übergangen wird.

00:36:13: Und da fangen ja auch Benachteiligungen schon an und das ist aber eine Frage der Unternehmensführung, unter Unternehmskommunikation umso mehr natürlich wenn eine Frau unter zehn Männern ist.

00:36:25: Das ist glaube ich auf jeden Fall ein guter finaler Punkt den du da angebracht hast.

00:36:31: Ich nehme aus jeden Falles unserem Gespräch heute mit, dass die Wechseljahre nicht nur Privatsache sind sondern auch Unternehmen ganz viel angehen und das ist schon kleine Veränderungen am Arbeitsplatz und im Arbeitsalltag einen großen Unterschied machen können.

00:36:47: Danke auf jeden Fall Kerstin für das spannende Gespräch und deine Einblicke in deinem Wurf als Wechsel-Jahreberaterin aber auch in die Weiterbildung als wechseljahrer Managerin!

00:36:57: Ich danke dir für das Gespräch Anastasia.

00:36:59: Wenn ihr noch mehr über das Thema Wechseljahre im Berufsleben erfahren möchtet, schaut auf Ingenieur.de vorbei.

00:37:04: Dort findet ja auch unser ausführliches Interview mit Kerstin darüber, warum die Wechsel-Jahre deutsche Unternehmen teuer zu stehen kommen.

00:37:12: Außerdem findet Ihr auf ingenieur.DE viele weitere Angebote rund um Eure Karriere – von Karriereradgebern über unsere Jobbörse bis hin zu den VDI Nachrichten Recruiting Tagen!

00:37:22: Alle Infos sind in den Shownotes verlinkt.

00:37:24: Das war's für heute bei Prototyp.

00:37:26: Danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge.

Über diesen Podcast

Ohne Prototypen geht nichts in Serie. Unser Podcast ist Ihr Werkzeug, mit dem Sie Ihre Karriere in allen Phasen entwickeln - vom Studium bis zum Chefsessel.

Egal, ob Sie Ingenieurin, Mechatroniker oder Wissenschaftlerin sind: Prototyp begleitet Sie. Einmal im Monat sprechen die Redakteurinnen und Redakteure von ingenieur.de und VDI nachrichten mit prominenten Frauen und Männern aus Wirtschaft, Forschung und Bildung. Graue Theorie gibt's bei uns nicht. Stattdessen teilen Prototypen ihre Erfahrungen mit Ihnen, geben praktische Tipps für Ihren Erfolg und verraten spannende Details aus ihrem eigenen Berufsleben.

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