Prototyp – Der ingenieur.de Karriere-Podcast

Prototyp – Der ingenieur.de Karriere-Podcast

Transkript

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00:00:05: Ingenieurstudium, Berufseinstieg und dann über Jahre immer weiter auf der technischen Karriereleiter.

00:00:10: So kann ein Berufsweg aussehen?

00:00:12: Muss er aber nicht!

00:00:13: Denn ein technischer Abschluss kann auch der Ausgangspunkt für eine Karrierei sein die irgendwann ganz woanders hinführt.

00:00:18: Mein heutiger Gast ist dafür ein gutes Beispiel.

00:00:21: Janis Quint hat Ingenieurwesen an der RWTH Aachen studiert und anschließend mehrere Jahre in der Aluminium-Inistrie gearbeitet.

00:00:29: Später wechselt er in die Organisationsentwicklung und beschäftigte sich intensiv mit Führung und Kultur in der Metallindustrie.

00:00:36: Heute ist er Gründer von Quintessence und begleitet vor allem Schichtleiter, Meister- und Vorarbeiter in ihrer Führungsrolle!

00:00:44: Wie kommen man als Ingenieur auf diesen Weg?

00:00:46: Was nimmt man aus der Industrie mit – und warum funktioniert Führungen in der Schicht oft anders als im

00:00:51: Büro?!

00:00:52: Darüber sprechen wir heute.

00:00:54: Herzlich willkommen bei Prototyp dem Karrierepodcast von ingenieur.de.

00:00:58: Mein Name ist Anastasia Bukowicz und ich darf heute herzlich Janis Quint im Studio begrüßen.

00:01:03: Hallo, Janis!

00:01:04: Hallo, freut mich.

00:01:05: Danke für die Einladung.

00:01:06: Fangen wir doch direkt mit der ersten Frage an Janis vom Ingenieur zum Coach.

00:01:11: Klingt erst mal nach einem ziemlich großen Umweg?

00:01:13: Ist das denn auch wirklich einer?

00:01:15: Es gibt mit Sicherheit ein paar Hürden aber mit ein bisschen Mut kann man glaube ich da ganz gut voranschreiten.

00:01:21: Janis, du hast Werkstoffingenieurwesen an der RWTH Aachen studiert.

00:01:25: Mit welchem Berufstil bist du denn damals ins Studium gestartet?

00:01:29: Mich hat immer irgendwie fasziniert was man mit Metallen machen kann.

00:01:33: Umformtechnik hat mich fasziniert und das war eigentlich auch mein ursprüngliches Ziel, meinen Wunsch umformtechnische Prozesse zu optimieren, zu gestalten und zu verbessern.

00:01:46: Man kann ja sagen, dass der Beruf des Coaches auch eine Art ist etwas zu optimieren oder zu verbessern.

00:01:54: Wie nah ist dein heutiger Beruf denn noch an deiner damaligen Berufsvorstellung?

00:01:58: An meiner damalige Berufs-Vorstellung ist er weit weg weil ich mich jetzt einfach mit Menschen beschäftige als anstatt mit Maschinen.

00:02:07: Dennoch ist es irgendwie so, dass viele Dinge die ich gelernt habe.

00:02:10: Ich auch heute immer noch benutze weil im Endeffekt das ja auch meine eigene Gründung ein großes Projekt und strukturierte Projekte.

00:02:18: Das lernt man halt sehr schnell als Ingenieur natürlich irgendwie zu gestalten.

00:02:21: Das ist auf jeden Fall ein großer Vorteil und das ist auch immer noch etwas was ich mir immer gewünscht hab also Dinge zu gestalten auf dieser Basis.

00:02:28: Du hast ja gerade von Fähigkeiten gesprochen die man soll als Inginieur im Laufe des Studiums erlernt und sich aneignet.

00:02:36: Welche Fähigkeiten aus dem Ingenieurstudium helfen dir denn noch heute, obwohl dein Arbeitsalltag vielleicht ganz anders aussieht als der eines typischen Ingenieurs?

00:02:46: Ich glaube generell dieses Lösen von Problemen und Herausforderungen was ja eigentlich die Grundlage oder der Grundlagen Skill eines Ingeniors ist.

00:02:56: Das ist etwas das ich heute immer noch brauche weil im Endeffekt Auch jedes Coaching ist ja eine Herausforderung.

00:03:01: Ein Coachy kommt mit einer Herausforderung zu mir und am Ende ist es meine Aufgabe, den Coachy zu strukturieren und durch diese Herausforderungen durchzubekleiden.

00:03:10: Gibt es umgekehrt etwas das du als Ingenieur erst einmal verlieren musstest?

00:03:14: Als du angefangen hast dich professionell mit Menschen-und Führung zu beschäftigen statt eben mit Maschinen?

00:03:19: Definitiv, definitiv!

00:03:21: Und zwar nicht das Vorbrechen mit Lösungen.

00:03:24: Als Ingenieur war ich ja immer lösungsorientiert und wollte die bestmögliche technische Lösung präsentieren.

00:03:29: Das passt auch als Ingenieur, das ist doch wichtig!

00:03:32: Jetzt als Coach ist es natürlich meine Aufgabe nicht meine Lösung zu präsendieren sondern dem Coaching seine eigene Lösung erarbeiten zu lassen.

00:03:41: Und das war nicht immer einfacher am Anfang.

00:03:43: Kommen wir nochmal zurück zu deinem Werdergang nach dem Studium bis sehr in die Aluminiumindustrie gegangen.

00:03:49: was hast du dort konkret gemacht?

00:03:51: Ich habe mich beworben damals auf eine Trainee-Stelle im Bereich der Anwendungstechnik für Aluminiumfolie und konkret ging es darum, technische Herausforderungen des Kunden zu lösen gemeinsam die Schnittstellen zu koordinieren.

00:04:05: Und das war so der erste Start!

00:04:09: Und ich kann das gerne noch weiter ausführen weil leider muss ich sagen aus heutiger Sicht war dass das Trainee Programm eher volle Verantwortung in dieser Stelle für ein Trainee gehalten Und ich war aber, ich wollte nicht die volle Verantwortung für diese Stelle sondern ich wollte wirklich eine Training-Stelle.

00:04:27: Ich wollte wissen wie funktioniert ein Unternehmen mehrere Bereiche sehen und so habe ich mir mein Trainingprogramm dann irgendwie selbst gebaut.

00:04:34: ja also hab mich dann sehr schnell auf neue Möglichkeiten beworben wurde dann nach zwei Jahren von der Anwendungstechnik.

00:04:40: Key Account Manager war dann im Vertrieb tätig und dann kam irgendwann die Anfrage ob ich Agila Coach werden möchte wurde da in Haus ausgebildet Und in diesem Zusammenhang kam ich eben auf die ganze Softskill-Schiene durch das agile Coaching.

00:04:56: Das hat mich so fasziniert, dieses Softskiltraining, dass ich da dann wiederum noch mehr machen wollte und habe geschaut was gibt es auf dem Markt?

00:05:05: Was sind typische Ausbildungen?

00:05:07: Ich habe eine Ausbildung zum systemischen Coach und Trainer am Inneko an der Universität Köln gemacht Und manchmal fügt es sich dann, dann wurde die Stelle in der Organisationsentwicklung frei.

00:05:17: Dann wollte ich natürlich meine neuen Skills, die ich gelernt habe auch anwenden.

00:05:23: Du hast ja gerade schon den Begriff des Systemischen Coaches angesprochen.

00:05:27: bei meiner Recherche oder als ich mich mit deinem Werdegeln befasst habe bin ich über dieses Wort gestolpert weil ich das vorher so noch nicht kannte.

00:05:34: Kannst du einmal kurz beschreiben was genau dieser Begriff bedeutet und was für die Aufgaben eines Systemischen Coaches sind?

00:05:43: Natürlich, also du kannst dir das so ein bisschen vorstellen.

00:05:46: Der Coachy kommt mit einem Anliegen zu mir.

00:05:48: Das muss nicht ein Anliege irgendwie aus einer technischen Situation sein oder es kann ein ganz beliebiges, kann ein privates Anliegensein, egal was.

00:05:58: und ich habe als Coach den Werkzeugkasten dieses Anlieges im Coachy zu strukturieren und ihn zu einer Lösung zu führen.

00:06:06: Und systemisch heißt wir betrachten das gesamte System drum herum um den Coachy.

00:06:10: Also nicht nur den Coachys selbst sondern Es werden sehr schnell klassische Fragen gestellt, wie wer merkt denn noch etwas?

00:06:18: Wenn du diese Herausforderung gelöst hast und was merkt diese Personen.

00:06:22: Also wir gucken uns ganz stark das System an in dem der Coachie unterwegs ist.

00:06:26: Bisher selber als systemischer Coach tätig und hast Quintessenz gegründet.

00:06:32: Was ist denn die Quintessenz deines Unternehmens?

00:06:35: Die Quintesenz meines Unternehmern?

00:06:37: muss ich vielleicht nochmal ein bisschen ausholen über meine Erfahrungen der Organisationsentwicklung?

00:06:41: Meine Aufgabe damals war es, eine kulturelle Transformation auszurollen in einem Unternehmen mit fünftausend vierhundert Mitarbeitern.

00:06:49: Das war zweisprachig und das Ganze wurde natürlich auch evaluiert.

00:06:54: Es ging darum wirklich Führungen zu verändern im Unternehmen.

00:06:58: Wir haben das ganze evaluiert und haben herausgefunden es gab irgendwie eine rote Linie in Organikramm die wir nicht durchdringen konnten Und diese Linie war die Schnittstelle zur Produktion.

00:07:11: Aus heutiger Sicht muss ich sagen, ich habe zwei Jahre lang das Falsche trainiert mit den Menschen.

00:07:15: Weil ich Trainings gemacht hab für Menschen die einen eigenen Kalender haben und Menschen in der Produktion haben eben keinen eigenen Kalendar.

00:07:22: Und dass ist so ein bisschen die Nische, in der ich mich jetzt platziert hab weil... und es ist gar nicht böse gemeint!

00:07:29: Die Menschen die die Führungsprogramme entwickeln für Produktionsmenschen sind meistens Menschen die im Büro arbeiten.

00:07:36: Ja, die haben nicht diese Perspektive und ich habe eben genau diese Schnittstelle in mir.

00:07:40: Also ich kenne die Produktion, ich kende den Hallengeruch so sagt man es und kann aber gleichzeitig meine didaktischen Fähigkeiten etc.

00:07:49: mitbringen.

00:07:49: aus der Organisationsentwicklung ja?

00:07:51: Und bin da halt eine sehr gute Schnittstrelle und kann das Ganze dann wirklich zielgruppengerecht organisieren.

00:07:57: Jetzt nochmal zurück was genau ist die Quintessenz deines Unternehmens?

00:08:01: Die Quintessenz meines Unternehmens ist, ich möchte Menschen von ihrem Standpunkt aus weiterentwickeln und vor allem Menschen an die bisher in der Personalentwicklung oft nicht gedacht wurde.

00:08:13: Vielleicht du hast ja gerade von Führungspositionen gesprochen.

00:08:17: Du beschäftigst dich ja besonders mit Schichtleitern, Meistern und Vorarbeitern.

00:08:21: Warum ist ausgerechnet diese Führungs-Ebene für dich so spannend?

00:08:25: Diese Führingsebene ist für mich spannend weil das Menschen sind wie schon eben erwähnt, keinen eigenen Kalender haben.

00:08:32: Das heißt die müssen ganz anders vorbereitet werden auf die Situationen, die auf sie agieren.

00:08:37: also die Menschen werden ja die kommen morgens und haben vielleicht vor.

00:08:41: hey heute führe ich ein Mitarbeitergespräch und in Wirklichkeit steht die Anlage das Mitarbeiter Gespräch verpufft und deswegen finde ich genau dass so spannend die Menschen in ihrer Umgebung oder in ihrer umgebung weiterzuentwickeln und sie da wirklich zu befähigen Führungen trotzdem stattfinden zu lassen, obwohl sie extern von Maschinen et cetera quasi gesteuert werden.

00:09:03: Kannst du dann eine typische Situation aus dem Schichtalltag beschreiben oder benennen in der sich gute und schlechte Führung besonders deutlich sichtbar machen?

00:09:13: Ja das sind so Kleinigkeiten gerade letztens erlebt an der ich mit einem Schichtleiter gearbeitet habe.

00:09:19: es ging darum dass er im Endeffekt immer angeordnet hat.

00:09:23: Er hat immer gesagt, hey das bis dann, die ist das ja und das wurde aber sehr mit Wiederwillen betrachtet weil es natürlich auch sehr autoritär wirkte und wir haben sehr daran gearbeitet seine Perspektive mehr Ressourcen orientiert zu gestalten was anstatt zu sagen Hey du machst das bis Freitag zu fragen Was brauchst du, dass du das bis Freitag erledigen kannst?

00:09:46: Das sind ja wirklich klitzekleine Interventionen.

00:09:49: Die aber am Ende eine große Wirkung haben und das ist halt schön weil ich merke es den Menschen an wenn sie es benutzen und es funktioniert wie die menschen sich auch verändern.

00:09:59: Und das ist natürlich ein sehr schönes Gefühl und auch sehr sinnschriften.

00:10:02: hast so einen positiv Beispiel von irgendwie einer Situation jetzt natürlich ohne Namen zu nennen Aber wo du diesen wandel wirklich mit erlebt hast, also wo die Person dann am Ende wirklich irgendwie anders in der Führungsrolle war?

00:10:21: Ja auf jeden Fall.

00:10:23: Ich durfte nachdem wir diese rote Linie evaluiert hatten und analysiert hatten, durfte ich einen Bereich begleiten und da haben wir das Ganze umgestellt.

00:10:32: Da war es dann wirklich eine engere Bekleidung, regelmäßigere kürzere Treffen darüber gesprochen, was können wir selbst beeinflussen in unserem Wirkungskreis und haben angefangen in dem eigenen Wirkungskreis Dinge zu suchen die wir verändern könnten.

00:10:49: Und das war ganz lustig weil also muss ich heute drüber lachen.

00:10:54: Das ganze ist von meiner Seite von der Betreuung.

00:10:57: Es gab viele andere Sachen die auch hohe Prioritäten hatten.

00:11:00: Ist es irgendwann so ein bisschen im Sandesverlauf?

00:11:01: und dann wurde ich eingeladen und Die Führungskräfte wurden auch eingeladen und von den Bereitsleitern es ging eben darum Ja, wie ist denn der aktuelle Stand?

00:11:10: Und ich muss sagen.

00:11:10: Ich hatte so ein bisschen Bammel weil ich wusste es zu dem Zeitpunkt nicht und das war irgendwie so zwei Monate später und wir saßen in diesem Raum und die hatten wirklich alles in die Hand genommen was sie sich vorgenommen hatten.

00:11:22: ja und Konflikte die vorher bestanden die wurden gelöst oder die waren gelöst.

00:11:26: ja Sie haben gesagt ja Wir haben erkannt dass wir alle in einem Boot sitzen und irgendwie nur wenn wir hand-in-hand greifen hat wirklich alles gestalten können und Das war ein ganz neues Gefühl in der Abteilung und das strahlt sich natürlich auch auf die gesamte Mannschaft dann aus.

00:11:41: Auf jeden Fall positiv, was mein Set ist natürlich immer schön bei der Arbeit.

00:11:47: Vielleicht du hast jetzt so immer mal wieder deinen Coaching angerissen, sag ich mal wie läuft denn so ein Coaching von A bis Z bei dir ab?

00:11:55: Also wenn jetzt eine Person oder einen Schichtleiter kommt irgendwie auf dich zu Ich will meine Führungsrolle irgendwie ausbauen verbessern Wie läuft das dann ab?

00:12:07: Da gibt es verschiedene Möglichkeiten.

00:12:08: Also generell machen wir das eins zu eins natürlich im vertrauten Setting und es gibt die Möglichkeit, dass er wirklich einzelne Sessions einfach mit mir hat und dann dauert eine Session zwischen sechzig und neunzig Minuten länger ist irgendwann sehr anstrengend auch für den Coaching weil in dem Coaching natürlich sehr tief reflektiert wird.

00:12:28: der Coachy werden andere Perspektiven geleitet.

00:12:32: Zu Beginn dieser Stunde klären wir zunächst einmal das Anliegen.

00:12:36: Ich stelle systemische Fragen, sodass wir das Ganze.

00:12:38: oft kommt jemand mit einem anliegen und nach einer Viertelstunde merken wir ja, dass Anliegnis was ganz anderes.

00:12:44: er hat es gedacht so zu verbalisieren aber wenn man danach kratzt dann ist doch vielleicht etwas tieferes oder was anderes.

00:12:50: und wenn mir das An Liegen geklärt haben dann frage ich was der Coach sich denn wünscht für diese Stunde was denn passieren soll?

00:12:57: Und dann erarbeiten wir den Weg zu diesem Ziel Und indem ich ihn in andere Perspektiven locke und ihm auch vor allem sehr viel Zeit lasse.

00:13:08: Also viele Minuten des Coachingsgespräch sind einfach sehr ruhig, aber da passiert es dann quasi.

00:13:15: Das Nachdenken ist sozusagen die eigentliche Crooks, dass sich Leute da wirklich Gedanken machen und in Sicht gehen.

00:13:24: Also, wenn du magst kann ich es auch gerne an einem kurzen Beispiel einfach mal.

00:13:28: Total gerne!

00:13:28: Was ich selbst erlebt habe weil das ist auch immer spannend als Coach gekocht zu werden und ich hatte damals ein Thema und da wurde ich auch von meinem Arbeitgeber gefördert.

00:13:37: Ich hatte das Problem...ich konnte nicht nein sagen Und dann hatte ich einen Klassiker Und dann hatte ich ein Coaching und war bereit daran zu arbeiten.

00:13:48: Dann haben wir herausgearbeitet, warum ich nicht gerne Nein sage, weil ich Nein sagen als Schwäche sehe.

00:13:55: Ob das richtig oder falsch?

00:13:56: Das war meine Version.

00:13:58: Warum sage ich nicht gern Nein?

00:14:00: Und da hat der Coach zu mir gesagt, Herr Jan, hast du denn noch einen freien Stuhl neben dir?

00:14:04: Das ist Coaching bei Virtuellen.

00:14:05: Da habe ich gesagt ja wieso?

00:14:06: Dann sagt er, ihr setzt dich doch mal darauf!

00:14:09: Okay, ich sage ja okay setz dich mich da drauf.

00:14:10: und er sagt jetzt guck dir den Janis auf dem anderen Stuhl doch mal an.

00:14:14: Wenn der Nein sagt ist das eine Schwäche?

00:14:18: Und dann hat es in mir gerattet und ich bekomme noch Gänsehaut.

00:14:21: Nee!

00:14:22: Es ist total die Stärke.

00:14:23: Janis steht für sich ein und dieser Perspektivwechsel, auf denen kam ich selbst nicht.

00:14:28: Das ist wirklich ein schönes Beispiel wie man Perspektiven einfach ändern

00:14:33: kann.

00:14:33: Ich glaub, davon muss ich mir für eine Scheibe von abschneiden.

00:14:37: Weil es klingt sehr nach mir.

00:14:41: Leider auch sehr darunter, dass sich schwer nein sagen kann und ... werde das dafür einmal mal im Alltag ausprobieren mit dem zweiten Stuhlleben hier, mit dem leeren zweiten Stühl.

00:14:52: Danke auf jeden Fall für diesen schönen Einblick!

00:14:57: Ein typischer Karriereweg in der Produktion Sieht ja meistens so aus, dass eine gute Fachkraft ein guter Facharbeiter sich irgendwann zum Meister hocharbeitet und dann irgendwann Schichtleiter oder Vorarbeiter eben wird.

00:15:10: Macht fachliche Stärke automatisch eine gute Führungskraft aus?

00:15:14: Nein auf keinen Fall!

00:15:16: Und das ist genau so ein bisschen das Thema.

00:15:18: um nochmal auf die Quintessenz zurückzukommen für das ich stehe.

00:15:21: Oft ist es so, dass Unternehmen in diesen Bereichen den fachlich stärksten Mitarbeiter befördert Und das ist auch ganz logisch, weil es nun mal der, der erst einmal am besten wirkt auf den ersten Blick.

00:15:33: Das Problem ist aber, dass Führung wie ein eigener Beruf zu sehen ist und die Menschen werden oft darauf nicht vorbereitet.

00:15:40: Dann waren sie gestern noch mit ihrem Kollegen gemeinsam in der Mittagspause, haben vielleicht noch lustige Sprüche über den Chef losgelassen und am nächsten Tag ist derjenige dann auf einmal selbst der Chef und muss auf einmal seinem Kollegen Ansagen machen auf Dinge hinweisen, die nicht so angenehm sind und sie sind dafür nicht ausgebildet.

00:15:58: Und wenn wir solche Menschen nicht begleiten auf diesen Schritt dann haben wir oft zwei schlechte Positionen im einen weil das nämlich eine schlechte Führungskraft und am Ende eine schlechten Fachkraft.

00:16:11: Das ist auf jeden Fall glaube ich die schlechteste Kombination die es dann letztendlich gibt.

00:16:18: Du sprichst in deinem Online-Auftritt viel davon viele klassische Führungsprogramme, die es so als Weiterbildung gibt mit einem Büromein-Set entwickelt sind.

00:16:31: Was funktioniert denn bei einer Führungskraft in der Schicht anders als bei jemanden, der ein Team aus dem Büro herausführt?

00:16:37: Du hast ja vorhin viel über Kalender gesprochen, dass die Führungen in der schicht ganz anders im Alltag strukturiert oder aufgebaut ist als bei einer Person, die jetzt ausm Büro heraussagiert.

00:16:51: Aber was ist dann so?

00:16:51: die wesentliche die wesentlichen Differenzen?

00:16:55: Also, die größte Differenz und da komme ich dann direkt wieder zum Kalender ist dass die Führungskraft im Büro natürlich einfach selbst bestimmen kann welche Methoden sie wann einsetzen möchte.

00:17:06: Und auch oft die Möglichkeit hat diesen Methoden in gewissen Raum zu geben.

00:17:10: also ein Beispiel Ich möchte irgendwie eine neue Feedback Kultur etablieren.

00:17:15: hey Dann kann ich mein Team auch mal einladen und können das irgendwie anderthalb Stunden on-boarden auf das Ziel auf das ich hinaus arbeiten möchte.

00:17:22: In der Produktion ist das anders.

00:17:23: Die Leute haben nicht eineinhalb Stunden Zeit mit ihrer Mannschaft, irgendeine Methode durchzuführen weil in diesen anderthalb Stunden muss die Anlage laufen.

00:17:32: Das heißt ... Mit Führungskräften in der Produkion gehe ich schon ganz anders an die Sachen ran.

00:17:38: Rhythmus im Alltag, also es gibt ja auch da regelmäßig kurze Teambesprechungen die dann eben am stetig am Kaffee Automat stattfinden oder in einem kleinen Meetingraum und wir nutzen oft dort die Struktur die eh schon da ist und arbeiten an dem was da ist.

00:17:53: Und verändern einfach diese Meekings zum Beispiel.

00:17:57: Das ist eigentlich so das was da viel schneller zum Erfolg führt anstatt irgendwie große Zeiträume einzuräumen für größere Veränderungen, sondern mehr die vielen kleinen Dinge, die da zusammenkommen und viel verändern am Ende.

00:18:11: Und wie optimiert man so ein Meeting in der Produktion?

00:18:15: Also was sind da so die Veränderung, die ihr etabliert.

00:18:19: oder kann man das so wahrscheinlich sagen?

00:18:22: Ja

00:18:22: oft ist es so.

00:18:23: also ich bin dann erstmal bei den Meetings dabei und guckt mir die an und dann ist es natürlich meine Aufgabe das ganze auch zu Feedbacken.

00:18:29: Das mache nicht beratend, sondern auch da stelle ich dann Fragen.

00:18:35: und so eine klassische Situation ist zum Beispiel dass ein Meister zu mir kommt und sagt naja mein Team das berichtet mir irgendwie gar keine negativen Sachen ja.

00:18:45: Und dann gucke ich mir die Morgenrunde an die geht fünfzehn Minuten und davon spricht der Meister zwölf Ja?

00:18:52: Und dann erlaube ich mir freundlich die Frage zu stellen in welchen Minuten denn die Mannschaft überhaupt negative Dinge berichten soll, wenn du oder sie zwölf von fünfzehn Minuten bereits sprechen.

00:19:06: Und das sind dann eben so diese Veränderungen die wir anstreben ja?

00:19:09: Wir geben den Leuten feste Zeit in der Meetingstruktur für Feedback und wir stellen auch offiziell die Frage und erwarten nicht einfach dass jemand was sagt.

00:19:17: Das sind so die Umstrukturieren die man treffen kann.

00:19:20: Ich würde noch eine Sache auf jeden Fall interessieren.

00:19:27: zu deiner eigenen Entwicklung sag ich mal wo wir beim Thema Umstrukturierung sind, weil du hast ja deine Karriere auch auf jeden Fall umstrukturiert, indem du diesen großen Schritt in die Selbstständigkeit gegangen bist.

00:19:40: Wie hat denn dein Umfeld darauf reagiert dass du mit einem Ingenieursstudium sag ich mal dich dazu entschieden hast eben nicht im klassischen Ingenieurberuf zu arbeiten sondern noch ganz anderes zu machen?

00:19:53: Also als ich mich fachlich verändert hat, das war ja noch in der Festanstaltung.

00:19:57: Da wurde das eher so positiv wahrgenommen weil die auch alle gemerkt haben hey dass passt.

00:20:02: und die haben gemerkt hey jannis brennt auch dafür.

00:20:05: Das fanden die alle ganz toll.

00:20:08: Die Skepsis kam dann eher als ich gesagt habe, hey.

00:20:10: Ich kündige meine sehr gut bezahlte Festanstellung mit Haus und Kind und allem drum und dran und mache mich hauptberuflich selbstständig.

00:20:20: Und da war er so dieses Hey wie kannst du das machen?

00:20:22: Du brauchst doch Sicherheit!

00:20:24: Das ist ein bisschen das gesellschaftliche Narrativ, den wir oft unterliegen.

00:20:29: Klar... für diesen Schritt zu gehen, braucht es einen gewissen Mut.

00:20:34: Aber auf der anderen Seite muss man sich auch ganz klar sein wie tief kann man fallen?

00:20:39: Und dann muss das.

00:20:39: am Ende ist das wie immer ein Risiko dass man eingehen kann und in meinen Augen auch sollte.

00:20:47: Hat sich dieses Risiko für dich gelohnt?

00:20:49: also bei deinem Strahlen bin ich mir ziemlich sicher.

00:20:52: die Antwort ja lautet aber gibt es Momente an denen du sozusagen an dieser Entscheidung zweifelst?

00:20:59: Ich glaube, zweifeln ist zu hart.

00:21:03: Was ich als Unternehmer vor allem lernen musste, ist es manchmal auch Dinge auszuhalten.

00:21:08: Gerade als Coach und Trainer, vor allem in Deutschland kommt das klassische Sommerloch zum Beispiel.

00:21:16: Das erste Sommerlocher muss jeder dann erst einmal durchleben.

00:21:20: Man hat jede Menge Zeit, man kann viele andere tolle Dinge tun aber es passiert trotzdem nichts.

00:21:25: Diese Ängste, wenn es Ängsten sind ... Mit denen muss man lernen umzugehen, das ist auf jeden Fall etwas was da eine große Rolle spielt.

00:21:35: Aber gelohnt hat es sich trotzdem definitiv also...

00:21:39: Das ist doch die Hauptsache dass dir deinen Beruf Spaß macht und Mutfreude daran gehst.

00:21:50: Was war denn beim Schritt aus der Industrie in die Selbstständigkeit so die größte Umstellung für dich?

00:21:56: dass ich keine festen Arbeitszeiten mehr hatte, genau.

00:21:58: Ich habe mir zwei Wochen erlaubt erst mal alles sackend zu lassen und schaute irgendwann den Kalender nach festgestellt okay jetzt sind es schon dreieinhalb Wochen.

00:22:07: Und musste mich erstmal wirklich selbst disziplinieren weil mit festen Arbeitzeiten also ist ja ganz klar verpflichtend das ist ganz normal dass ich auch natürlich morgens auf die Arbeit fahre und natürlich arbeite aber ohne einen Arbeitgeber im Rücken und wenn du dein eigener Arbeitgebers bist ist das etwas was du erst lernen muss.

00:22:26: Das war für mich, glaube ich der größte Teil sich daran zu gewöhnen.

00:22:31: mittlerweile mag ich irgendwie gar nicht mehr aufhören.

00:22:34: also das hat sich dann auch gewendet.

00:22:36: Gab es denn eine bestimmte Situation in deiner Karriere wo du gemerkt hast dass will ich auf keinen Fall die nächsten zwanzig Jahre machen?

00:22:44: Ja das war ein Berichtslinienthema wo ich gemerkt habe wie viel doch an einzelne Menschen abhängt und ich wollte einfach nicht in Berichtslinien mein Berufsleben verbringen.

00:22:56: Und ich kann auch eigentlich direkt sagen, warum?

00:23:00: Weil so viele Ideen an komplizierten Approval-Prozessen irgendwie scheitern und als Selbstständiger vor allem als Soloselbständiger kann ich natürlich jede Idee direkt umsetzen und die Umsetzungsquote ist dadurch sehr hoch und das motiviert natürlich.

00:23:17: Das kann ich auf jeden Fall nachvollziehen dass... irgendwie so diese bürokratischen Prozesse oder diese Rahmenbedingungen, die man eben oftmals hat.

00:23:30: Die kreativen Möglichkeiten einschränken und einem Stein in den Weg einfach legen, dass man nicht das umsetzen kann was man eigentlich gerne wollen würde.

00:23:44: aber ich würde vor allem interessieren wenn heute eine junge Ingenieurin wo ihr steht und zu dir sagt, ich interessiere mich zwar für Technik aber ich möchte das irgendwie nicht mein ganzes Leben lang machen oder ich möchte meinen Beruf nicht ausschließlich technisch arbeiten.

00:24:02: Was würdest du dieser Person denn auf ihrem Werdegang sozusagen mitgeben?

00:24:08: Wenn sie das nicht möchte, auf keinen Fall tun sollte.

00:24:11: Das ist auch vielleicht... Wir sehen uns immer so sehr in Rollen und sehen die Sachen dann irgendwie als gesetzt.

00:24:17: Ich studiere Ingenieur, ich bin mein Leben lang Ingenieur.

00:24:20: Ich kaufe ein Haus, lebe meinen Leben lang an diesem Ort.

00:24:23: Das sind ja alles Entscheidungen, die auch reversibel sind.

00:24:26: Und insofern nutze deine Skills aus dem was du gelernt hast und tue das was dich irgendwie erfüllt.

00:24:33: Weil dann macht das Ganze viel mehr Spaß.

00:24:36: mit entrinsicher Motivation ist dann eben das gesamte Leben in meinen Augen lebenswerter.

00:24:42: Würdest du so aus deinem Standpunkt heraus sagen, dass Softskills über technischem Know-how irgendwie... Also das es überwiegt oder wiegt sich das auf?

00:24:55: Wie siehst du das.

00:24:58: Ich glaube eine solide Basis an technischen Know-How ist unabdingbar und glaube aber, dass softskills auf jeden Fall stark überwiegen und dass das Ganze sogar immer noch verstärken wird je mehr Technologie jetzt unseren Arbeitsalltag auch übernimmt.

00:25:13: Also KI wird die Welt verändern, ist hier nicht der Raum, wo wir darüber diskutieren, wo die Reise hingehen könnte.

00:25:21: aber wir sind uns glaube ich einig dass sich die Welt verändert und gerade wenn weniger Menschen zusammenarbeiten es ist umso wichtiger das diese Menschen gut miteinander umgehen und eben einen hohen Softskill.

00:25:35: Was sind denn im Führungskontext?

00:25:39: Die Soft Skills, die für dich das Wesentliche sind.

00:25:42: Also die Fähigkeiten sozusagen, die unabdingbar sind für eine gute Führungskraft?

00:25:48: Also ich glaube, die wichtigste Fähigkeit ist ein sehr gutes Zuhörvermögen also wirklich aktiv zuzuhören nicht währenddessen die E-Mail zu schreiben, nicht irgendwie schon mit den Hufen zu scharen weil eben das nächste Meeting ruft sondern eben Räume zu etablieren, in denen eine gesunde Kommunikation stattfinden kann.

00:26:11: Das ist glaube ich das erste und das zweite ist es dann aber auch Dinge klar und präzise auszudrücken und zu übermitteln und das ganze sehr rational eben ohne hohe emotionale Bindung.

00:26:29: Das sind glaube ich so mit die zwei wichtigsten Dinge.

00:26:32: wenn das stattfindet ist schon sehr viel passiert.

00:26:35: Gibt es von deiner Seite denn etwas, was zu den Hörerinnen und Hörern da draußen noch mitgeben wollen würdest auf ihrem Karriereweg?

00:26:43: Ja.

00:26:43: Also ich bin der Meinung jeder sollte seinen Mut zusammenfassen und darüber nachdenken, was er wirklich möchte vom Leben.

00:26:51: Unsere Lebenszeit ist begrenzt und oft ist es so wenn wir in dieser Rolle bleiben und das ist auf der bequemste Weg dann sind die Jahre auf einmal sehr schnell vorbei Und deswegen kann ich nur raten, dass Leben findet jetzt statt und ihr solltet es so gestalten auch beruflich wie ihr es mögt.

00:27:11: Das ist doch ein schöner Abschluss.

00:27:13: auf jeden Fall, Janis!

00:27:15: Vielen Dank für das Gespräch, für die tollen Einblicke sowohl in dein Unternehmen Quintessence als auch in deinen spannenden und doch ungewöhnlichen Werdegang.

00:27:27: Ja, dein Werdegang zeigt auf jeden Fall dass eine Ingenieur-Karriere nicht immer grad lenig verlaufen muss und vielleicht auch deswegen umso spannender sein kann.

00:27:36: Denn auch eine Karriere ist ein Entwicklungsprozess man probiert aus verändert sich schlägt neue Wege ein.

00:27:42: Und genau das ist eben auch wie bei einem Prototyp.

00:27:48: Ja Janis schön dass du heute bei uns warst danke auf jeden fall.

00:27:52: ja vielen dank auch an euch auf jeden fallen sehr viel spaß gemacht.

00:27:56: Du bist auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung oder brauchst Orientierung für deine Karriere?

00:28:01: Dann schau auf engineer.de vorbei!

00:28:03: Dort findest du unsere Jobbörse, zahlreiche Karriereradgeber und alle Termine für die nächsten Vd-Nachrichtenrecruiting Tage – unsere Karrieremessen für Ingenieureinnen & Ingeniöre.

00:28:13: Und wenn du Lust auf mehr Karriergeschichten hast, findest Du dort natürlich auch weitere Folgen von Prototyp.

00:28:19: Bis zum nächsten Mal.

Über diesen Podcast

Ohne Prototypen geht nichts in Serie. Unser Podcast ist Ihr Werkzeug, mit dem Sie Ihre Karriere in allen Phasen entwickeln - vom Studium bis zum Chefsessel.

Egal, ob Sie Ingenieurin, Mechatroniker oder Wissenschaftlerin sind: Prototyp begleitet Sie. Einmal im Monat sprechen die Redakteurinnen und Redakteure von ingenieur.de und VDI nachrichten mit prominenten Frauen und Männern aus Wirtschaft, Forschung und Bildung. Graue Theorie gibt's bei uns nicht. Stattdessen teilen Prototypen ihre Erfahrungen mit Ihnen, geben praktische Tipps für Ihren Erfolg und verraten spannende Details aus ihrem eigenen Berufsleben.

von und mit ingenieur.de

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