Prototyp – Der ingenieur.de Karriere-Podcast

Prototyp – Der ingenieur.de Karriere-Podcast

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:05: Wir alle wissen, die Arbeitszeit von ArbeitnehmerInnen darf acht Stunden täglich nicht überschreiten.

00:00:11: Wie kann gegebenenfalls auf bis zu zehn Stunden verlängert werden?

00:00:15: Das Arbeitszeitgesetz soll für den Schutz der Beschäftigten sorgen – ja so weit die Theorie!

00:00:21: In der Praxis sieht das häufig ganz anders aus.

00:00:24: Viele Beschäftigte leisten unbezahlte Überstunden oder sind in ihrer Freizeit für ihre Arbeitgeber erreichbar.

00:00:31: Die einen sagen Stopp Und nicht weiter, so geht das nicht.

00:00:33: Nach acht Stunden muss Feierabend

00:00:35: sein.".

00:00:36: So die Gewerkschaften!

00:00:38: In unserer heutigen digitalen Welt liefe eine minutiöse Arbeitszeiterfassung an der Realität vorbei, sagen andere darunter viele Arbeitgeber.

00:00:48: Meinungsverschiedenheiten herrschen auch innerhalb der Bundesregierung, die in einem neuen Gesetz arbeitet.

00:00:55: Was wäre ein zeitgemäßes Modell, dass beiden Seiten Arbeitgebern wie Arbeitnehmern entgegenkommt?

00:01:02: Wie sehr ein attraktives Modell aus, das für Fachkräfte wie Ingenieurinnen und Ingenieure verlockend sein könnte?

00:01:09: Darüber möchte ich mit Dr.

00:01:11: Ufuk Altun sprechen!

00:01:13: Er ist Experte für Arbeitszeitregelungen beim Arbeitgeber.

00:01:16: Nahen Institut für Angewandte Arbeitswissenschaften – Wissenschafts-Sorry kurz IFA.

00:01:23: Mein Name ist Wolfgang Schmitz.

00:01:25: Ihr hört den Karrierepodcast Prototyp von ingenieur.de und VDI Nachrichten.

00:01:31: Herzlich willkommen an euch und herzlich willkommen vor allen Dingen an Ufuk Alto.

00:01:35: Ich grüße dich, Ufuck!

00:01:37: Hallo ich wüsste nicht.

00:01:37: auch

00:01:39: Ja ufuk.

00:01:40: erstmal eine leicht provokante Frage sind wir denn ein Volk von Hängematten Fans wie uns Politiker mehr oder weniger deutlich weiß machen wollen?

00:01:51: Oder andersrum gefragt.

00:01:52: sind die Beschäftigten schuld dass es wirtschaftlich nicht so läuft momentan wie wir aus uns wünschen würden?

00:02:00: Also diese Aussage können wir wissenschaftlich nicht unterstützen und auch belegen, weil das Ganze halt zu pauschal ist.

00:02:11: Wenn man sich über flexible Arbeitszeit gestalten unterhält, unterhält man sich auch über unterschiedliche Anforderungen die dann halt für eine beziehbsspezifische Lösung dann auch erforderlich sind.

00:02:25: Das heißt In Bundesrepublik Deutschland haben wir das Arbeitszeitgesetz.

00:02:31: Wir haben tarifgebundene Unternehmen, die dann auch den Rahmen durch Tarifverträge gestalten und wir haben eine betriebliche Ebene,

00:02:40: d.h.,

00:02:41: die Bezirksvereinbarungen geben auch den Rahmen für die bezipische Erlösung vor.

00:02:46: D.h.

00:02:47: die Sozialpartner aber auch die Betriebsparteien die Betriebssäte- und Geschäftsleitung setzen Sie sich zusammen, generieren, definieren den Rahmen.

00:02:58: In Anlehnung an diese Vorgaben müssen dann das Ganze auf betriebliche Ebene gestaltet, diskutiert oder auch gelöst werden.

00:03:08: Wenn wir die Diskussion von oben nach unten ausrollen möchten ist die Basis für eine flexible Arbeitszeitgestaltung wie du vorhin gesagt hast Das Arbeitszeitgesetz, das auch den Rahmen für die individuellen und kollektiven Vereinbarungen vorgibt.

00:03:27: Wir haben in Deutschland das Arbeitszeit-Gesetz, dass dann auch eine tägliche Arbeitszeit von bis zu zehn Stunden solange die durchschnittliche Arbeitszeit pro Tag innerhalb eines Zeitraums von vierundzwanzig Kalenderwochen oder sechs Monaten acht Stunden nicht übersteigt.

00:03:42: Das heißt, innerhalb dieses Zeitraumes dürfen acht Stunden im wochen Durchschnitt, achtundvierzig Stunden nicht überschritten werden.

00:03:51: Dazu kommt die Ruhrzeitregelung.

00:03:54: das heißt auch hier schreibt das Arbeitszeitsgesetz eine elfstunde Ruhr Zeit zwischen zwei Arbeitstagen vor.

00:04:00: und wenn wir diese Diskussion im Rahmen der europäischen Arbeitszeit, den ihr fortsetzen möchten dann lautet auch mein Antwort ein klares Nein.

00:04:13: gibt die europäische Arbeitszeitlichtlinie den Rahmen vor.

00:04:17: Das heißt gemäß den Vorstiften der EU-Arbeitszeitlicht, die näher beträgt maximale wöchentliche Arbeitseite, ist es zu tun, dass die durchschnittliche Arbeitszeit für einen sieben Tageszeitraum diese Grenze nicht überschreiten darf.

00:04:34: und in Anlehnung an das Gesetz und an die Arbeitszeitrichtlinie müssen natürlich die Betriebe das Ganze oder auch die Sozialpartner mit den Tarif vertägen.

00:04:46: Das ganze branschen spezifisch, spezipspezifisch dann auch organisieren, klären und dann auch umsetzen.

00:04:54: Diese zehn Stunden-Regelung maximal vier Stunden soll das dabei bleiben?

00:05:01: Oder wenn ihr an flexible Arbeitszeiten denkt woran denkt ihr denn am IFA?

00:05:06: also erstens es ist halt bei uns so Wir fragen uns, wir dürfen zeitgemäße Arbeitsstrukturen jenseits alther gebrachte Industriearbeit neue Zeitregelungen und wenn man halt diese Frage mit Ja beantwortet dann diskutieren wir natürlich über die Ansätze, über die Herausforderungen.

00:05:29: Wir stellen fest das bestätigen auch die Studien, die traditionellen Arbeitszeitmodelle stoßen an ihre Grenzen.

00:05:36: Das heißt, Starre-Modelle sind weder von Beschäftigten noch von Betrieben gewünscht.

00:05:43: Und hier muss natürlich auch dann das Ganze anders organisiert und auch geregelt werden.

00:05:50: Das heißt der normale Arbeitstag mit einem acht Stunden Tag oder einer fünf Tage Woche verliert an Bedeutung – und hier müssen die Beschäftigte aber auch die Unternehmen für neue Ansätze, neue Modelle.

00:06:03: öffnen.

00:06:03: Ufung, darf ich mal eben stören?

00:06:05: Weil du gesagt hast, gewünscht von den Arbeitnehmern auch!

00:06:08: Es gibt laut einer Umfrage des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts also eines Arbeitnehmerfreundlichen Institut eine Analyse nach der drei Viertel der Beschäftigten davon ausgehen dass ihnen längere Arbeitstage schaden würden.

00:06:23: sie befürchten vor allem Nachteile für ihre Erholung Gesundheit für die Vereinbarkeit von Job und Familie.

00:06:29: Nehmt ihr diese Bedenken ernst?

00:06:31: Hört ihr euch das an, wie reagiert ihr darauf?

00:06:34: Selbstverständlich nehmen wir das Ganze ernst.

00:06:36: und auch, dass im Film ja auch Betrieben Sozialpartnern und auch Bezirklichen Parteien das Thema ernst zu nehmen.

00:06:45: Und auch hier offen und transparent mit den Beschäftigten Gespräche zu führen.

00:06:53: Ich denke mal, das ist genau ein wichtiger Punkt der dann auch dafür sorgen sollte, dass die Betriebe das Thema und auch die Befürchtungen der Beschäftigten ernst nehmen sollten.

00:07:08: Weil wenn das wirklich so tatsächlich der Fall ist, dass sich die Beschäftigte befürchten, dann sollte man sich erst mal darauf konzentrieren, wird es tatsächlich der fall sein?

00:07:19: Wird es wirklich auch die ganzen Diskussionen dazu führen, ad hoc oder geht es wirklich um eine ungleichmäßige Verteilung der Arbeitszeit im Rahmen des Arbeitseitgesetzes, im Rahmen von Tarifverträgen.

00:07:38: Wo dann die Beschäftigten gemeinsam mit den Führungskräften auf betriebliche Ebenen über unterschiedliche Zeitkollide sich unterhalten aber wie gesagt unter Vorgabe des Arbeitszeitgesetzes das einer nach einer bestimmten Zeit wieder durchschnittlich der achtschönen Tag gewährleistet ist.

00:07:56: Also du meinst oder ihr meint, dass man mehr von der betrieblichen Basis ausdenken würde.

00:08:01: Planen würde und das Ganze verhandeln sollte.

00:08:06: also mehr runterbrechen auf die Betriebsebene?

00:08:09: Mehr unterbrechen?

00:08:11: weil wir sind der Meinung, dass die Arbeitszeiten so flexibel und bedarfsgerecht gestaltet werden sollten, dass einerseits die Unternehmen im globalen Wettbewerb die notwendige Beweglichkeit haben und damit auch langfristig in der Lage sind, Arbeitsplätze zu sichern.

00:08:28: Auf der anderen Seite natürlich müssen die Betriebe auch die Wünsche und Belange da beschäftigt im Ernst nehmen, weil sie haben ja unterschiedliche Bedürfnisse, unterschiedliche Belange je nach Lebensphase, je nach Lebenssituationen und die müssen natürlich auch in die Planung, in die bezirkliche Planung integriert werden.

00:08:47: nur so kann können die beiden Seiten, also sowohl die Arbeitgeber als auch die Arbeitnehmer das Problem offensachlich und fachlich angehen und auch gemeinsam eine Lösung finden.

00:09:00: Und hier empfehlen wir den Ansatz der doppelten Flexibilität.

00:09:04: Das heißt unterdoppelte Flexibilitet verstehen wie eine individuelle und flexible Arbeitszeitgestaltung, die sowohl für Unternehmen als auch für Beschäftigte vorteilhaft ist.

00:09:17: Aber nimm ein paar Zahlen, es muss ja weiterhin noch Grenzen geben.

00:09:21: Man kann ja nicht von den Leuten verlangen, dass sie vierundzwanzig Stunden am Tag arbeiten.

00:09:24: Das verlangt

00:09:24: doch keiner und das vermietet ihr auch das Arbeitszeitgesetz?

00:09:27: Ja eben aber was ändert sich dann?

00:09:32: Wir haben gesagt zehn Stunden ist die höchste Arbeitszeit.

00:09:34: Genau

00:09:35: Wenn jetzt ein Projekt länger dauert und der Arbeitgeber wünscht, dass derjenige, diejenige Ingenieurin, Ingenieur dann weiter am Ball bleiben soll.

00:09:44: Wo ist denn die Grenze zeitliche?

00:09:49: Die Grenze werden durch zwei Vorgaben parametriert definiert.

00:09:55: Einerseits die tägliche Höchstarbeitzeit, die ist immer noch für alle verbindlich und die zweite Vorgabe ist die Ruhrzeitzulegerung.

00:10:04: Das heißt wir nicht am Tag... unter Umständen zehn Stunden gearbeitet habe und irgendwann mal Feierabend gemacht habe, dann gilt die Ruhezeitregelung.

00:10:13: Das heißt, dann fängt die Ruherzeitregeln mit elf Stunden an.

00:10:17: D.h.,

00:10:17: da muss ich mich auch darauf konzentrieren – ich muss das einhalten als Beschäftigte, auch als Betrieb -, dass diese Ruher Zeitregelungen nicht unterbrochen werden darf.

00:10:27: Wenn wir dieser Vorgaben dann auch als Basis nehmen Dann können die Betriebe und auch Beschäftigten diese Spielräume je nach Bedarftanach variabel und flexibel dann auch gestalten.

00:10:38: Das heißt aber lange nicht, dass sie dann halt die Freiheit haben, die Beschäftigte in fünfzehn-zwanzig Stunden zu beschäftigen und umgekehrt als die Beschäftigten halt denken so jetzt muss ich vierzehn, fünfzehne, sechsehn Stunden am Tag arbeiten.

00:10:50: das verbietet ja das Arbeitszeitgesetz und das soll ja eigentlich auch so bleiben.

00:10:55: Ja vielleicht komme ich jetzt nicht richtig mit Aber was verändert sich?

00:10:58: Was wünscht ihr euch denn?

00:10:59: Was soll sich verändern?

00:11:00: Also was gewünscht ist, dass man dann sagt okay wenn die europäische Union durch diese Arbeitszeitrichtlinie empfehlt statt täglicher Arbeitszeit die wöchentliche Arbeitszeit als Basis zu nehmen und in der europäischen Arbeitszeitlichtlinie ist es ja konkret mit achtundvierzig Stunden beschrieben, vor festgelegt.

00:11:20: Dann heißt das hier auch, wenn das eine Empfehlung ist, daß man dann sage ok wir konzentrieren uns auf die gemeinsam mit den Betrieben oder auch mit Führungskräften oder Kunden dann über die tägliche Arbeitszeit und auch über die Verteilung der Arbeit innerhalb der Woche, dann auch halt je nach Branche, je nach Gegebenheiten dann auch unterschiedlich Modelle entwickeln können.

00:11:45: Zum Beispiel wenn Projektarbeit anliegt und es gibt einen festen Termin, an dem dieses Projekt abgeschossen werden soll können die Beschäftigten zehn Stunden arbeiten, vier Tage mal hintereinander.

00:12:02: und wenn das Projekt abgegeben wurde dann kann man sagen okay jetzt hat er mehr gearbeitet als vierzig oder achtundvierzig Stunden.

00:12:09: Jetzt kommt halt so diese Freifase wodurch dann halt die Beschäftigten die Möglichkeit haben die geleisteten Mehrarbeiten auszugleichen.

00:12:17: Das heißt, es wird dann nicht mehr auf Tag konzentriert sondern auch die Woche.

00:12:21: Also das ist genauso auch... ...das wird ja in vielen Branchen durch Tarifverträge geregelt.

00:12:26: Das heißt wenn die Gewerkschaften mit Arbeitgeberverbänden sich über die Dauer der Arbeitszeit unterhalten und auch da Tarifverteige diskutieren, dann wird nicht über die tägliche Arbeitszeit gesprochen.

00:12:38: Mir ist es in Deutschland seit den fünftiger Jahren nicht bekannt dass irgendein Tarifbeitrag sich auf die täklische Arbeitszeit konzentriert.

00:12:47: Es geht immer um die wöchentliche Arbeitszeit.

00:12:48: Wenn man diese Tarifverhandlungen zwischen den Gewerkschaften sich anschaut, dann ging es entweder um eine dreißigstunde Woche oder ein sieben- dreißiger stundenwoche und achtundreißig stunden woche aber nie um tägliche Arbeitszeiten von sechs, achtzehn Stunden.

00:13:02: Jetzt habe ich's verstanden!

00:13:05: Das war ja auch mein Ziel.

00:13:08: Jetzt hab' ich hier Zahlen.

00:13:09: Laut statistischem Bundesamt arbeitete knapp einen Füchtel der Führungsverantwortlichen, im Jahr ist es in der Woche mehr als eine Sekunde.

00:13:19: Aus einer Studie des VDI-Verlages geht hervor, dass für neunundfünfzig Prozent der Ingenieurinnen und Ingenieure Überstunden Alltag sind.

00:13:28: Das klingt ja nicht so besonders klasse.

00:13:32: Gäbe es dann die Möglichkeit durch diese flexiblere Art und Weise, diese Überstunde zu enttarnen?

00:13:39: Und offener und ehrlicher zu arbeiten auch?

00:13:42: Ja, da gebe ich hier vollkommen recht.

00:13:44: Das ist genau der Punkt, der in der Arbeitszeitdebatte oft untergeht und Pakt ist.

00:13:52: wenn wird mich bereits eine knapp ein Viertel der Vollzeitbeschäftigten in Führungspositionen mehr als achtundvierzig Stunde pro Woche arbeitet stellt sich hier die Frage ob dort überhaupt noch weitere Produktivitätsräder über längere Arbeitszeiten mobilisiert werden können, ob das auch zu empfehlen ist.

00:14:11: Aus diesem Grund bin ich der Meinung, hier sollte die Frage sich weniger darauf konzentrieren sollen sie noch mehr arbeiten sondern eher wie lässt sich die Arbeit sowie die Arbeitszeit bedarfs- und gesundheitsgerecht organisieren.

00:14:27: Und aus arbeitsorganisatorischer Sicht ist sinnvoller die Leistungsfähigkeit der Führungskräfte.

00:14:33: also hier geht es wirklich nicht nur um die Führungskräfte sondern um die Beschäftigten durch bessere Organisationen und neue Technologien zu steigern Und das ist wirklich auch eine große Herausforderung.

00:14:46: Das kann man wirklich nur dann erfolgreich angehen und auch lösen, wenn die beiden Parteien sich da öffnen und gemeinsam darüber offen unterhalten und diskutieren.

00:15:04: Es ist ja nachgewiesen, dass es nicht heißt ... ... elf statt neun Stunden Arbeit produktiver ist.

00:15:11: Das ist ja auch so eine Sache, da würdet ihr wahrscheinlich zustimmen?

00:15:15: Das ist der Fall!

00:15:17: Ich hatte hier mal... Wir haben uns mit diesem Thema intensiv auseinandergesetzt spezifisch im Kontext der mobilen Arbeit und tatsächlich ist es so, da gebe ich dir auch recht.

00:15:31: die arbeitswissenschaftlichen Studien zeigen dass mehr Arbeitszeit nicht automatisch zu höhere Produktivität führt.

00:15:39: Eine höhere Productivität entsteht meist nicht durch möglichst lange Arbeitszeiten, sondern durch ein ausgeworfenes Verhältnis von Arbeitszeit, Erhöhung, Pausen und Flexibilität.

00:15:52: die Beschäftigten haben auch das Recht abzuschalten und irgendwann mal nicht mehr für betriebsbedingte Angelegenheiten erreichbar zu werden.

00:16:00: Das heißt, sie müssen auch lernen.

00:16:03: einfach sagen jetzt habe ich Feierabend und ab jetzt geht es halt um mein Privatleben.

00:16:09: Ab jetzt kümmere ich mich um meine Familie, um mich selbst, um meine Wünsche und für irgendwelche Anfragen sei es Mehl oder eine WhatsApp Nachricht Reagiere ich nicht, ich schalte erst mal ab und erst wenn ich am nächsten Tag wieder mit der Arbeit starte.

00:16:25: dann schaue ich mir meine E-Mails an.

00:16:27: Dann schau ich mir die Nachrichten an oder halt gucke wer hat versucht mich telefonisch zu erreichen?

00:16:32: Das ist ein Lernprozess das ist eine Angelegenheit der Unternehmenskultur weil wenn wir uns mit den Führungskräften unterhalten dann sagen sie nein ich erwarte nicht von meinen Beschäftigten dass Sie dann sofort auf meiner E-mail reagieren.

00:16:47: Aber auf der anderen Seite, weil das ja auch nicht kommunizierend geleget wurde, gehen diese Beschäftigten davon aus, wenn sie abends um acht Uhr von einer Führungskraft eine E-Mail bekommen, dass sich schnellstmöglich darauf reagieren sollte.

00:17:00: Und das sollte auf der bittlichen Ebene auf jeden Fall diskutiert noch erklärt werden, dass die Erwartungshaltung von Führungskräften nicht so ist... Aber auch, dass die Beschäftigten dann halt da geschult werden und einfach nicht auf diese Nachrichten reagieren.

00:17:14: Es gibt Betriebe, die haben das ganze Versuch, Technik zu lösen,

00:17:17: d.h.,

00:17:17: wenn ich Feierabend habe oder Urlaub habe, dann werkt meine E-Mail-Count erst mal der aktiviert.

00:17:23: D.h.

00:17:24: ich hab keine Möglichkeit mehr während dieser Zeit... meine Mehl zu lesen oder mein Handy wird dann halt umgeleitet auf Zentrale, auf einen Mitarbeiter oder ein Mitarbeiter die mich während dieser Abwesenheit vertritt.

00:17:38: Gut also du bist auch ein Fan des Feierabends, das klassischen irgendwo?

00:17:41: Definitiv!

00:17:43: Ich weiß zum Beispiel der Ralph Wintergerst dass es der Präsident des Branchenverbandes BITCOM gesagt hat berufliches und privates Verschmelzen immer mehr Also Abschied von der Industriearbeit auf ins neue digitale Zeitalter.

00:17:56: Und der sagt zum Beispiel, dass das Ganze halt miteinander verschmilzt wie schon gesagt und dass man auch durchaus als Ingenieurin auch mal abends nach Feierabend erreichbar sein muss.

00:18:04: Aber da bist du jetzt anscheinend kein großer Fan von.

00:18:07: Wenn es auch so der Fall sein sollte Das sollte aber schon im Vorfeld definiert und geklärt werden.

00:18:14: Für welche Angelegenheiten muss sich Erreichbarer sein?

00:18:21: Wie lange soll überhaupt diese Zeit dann auch glücklich sein, also zum Beispiel wenn ich um achtzehn Uhr Feierabend habe soll das jetzt bis zwanzig eine Zwanzig-Uhr so der Fall sein dass sich dann z.B über Rufbereitschaft kontaktiert werden kann?

00:18:36: oder wird halt dort ein anderes Modell wie Bereitschaftdienst dann auch eingeführt?

00:18:41: Also das heißt diese Slots dieser Zeiträume die müssen definitiv organisatorisch dann auch geklärt sein.

00:18:48: Ab wann?

00:18:49: Wie lange?

00:18:51: Unter welchen Voraussetzungen?

00:18:52: Das ist A und O. Ansonsten verliert man auch die betrieblichen Gestaltungsmöglichkeiten, alle befinden sich in der grauen Zone und keiner weiß dann halt worüber diskutieren wir und wo liegt denn die Lösung?

00:19:06: Das Thema Fachkräftemangel ist momentan nicht das heißeste aber trotzdem gibt es in bestimmten Branchen für Fachkräftemangeln Unternehmen aus diesen Branchen.

00:19:15: können sie sich da entsprechend aufstellen auf diese Art und Weise, in denen dann doch einen Work-Live-Balance, will ich sagen versprechen.

00:19:25: Aber doch anbieten das natürlich für die Arbeitgebermarke entscheidend sein kann?

00:19:31: Ja mittlerweile ist dieses Thema auch bei großen Unternehmen angekommen.

00:19:38: Die wissen ganz genau dass es jetzt halt nicht so einfach ist gut qualifizierte Menschen aber auch Führungskräfte für sich zu gewinnen.

00:19:51: vielleicht ein kleines Beispiel oder eine kleine Anädote, ich habe auch lange Jahre als Personalleiter gearbeitet und in der letzten Zeit meiner Tätigkeit als Personal-Leiter war es so dass die Bewerberinnen und Bewerbern das Gespräch mit mir geführt haben.

00:20:08: Und als mich dann immer einen Betriebsleiter oder Betriebesleiterin begleitet hat Die waren total verwundert, weil die Beschäftigten erstmal die Frage gestellt haben.

00:20:19: Warum soll ich mich für sie entscheiden?

00:20:21: Weil das diese Frage war diesen Leuten dieser Zielgruppe absolut unbekannt.

00:20:26: Wir haben immer erwartet so jetzt sitzt der Bewerber oder die Bewerbenden gegenüber und muss mich dann davon überzeugen dass diese Person die Richtige ist.

00:20:36: aber die Zeiten haben sich geändert.

00:20:37: es ist jetzt umgekehrt und wenn ich mich auch mit Personalleitern und Personalleiter unterhalte.

00:20:43: Sie bestätigen diesen Trend.

00:20:44: Jetzt ist das Unternehmen die aktive Seite und muss wirklich bewerben oder die Kandidaten davon überzeugen, dass das Unternehmen der richtige Arbeitgeber

00:20:58: ist.".

00:20:59: Du hast eben schon eigentlich eine Antwort darauf gegeben auf die Frage, die ich mir hier notiert habe und nicht für ganz elementar halte?

00:21:06: Ich hab nach Gesprächen mit Ingenieuren festgestellt dass oft die beschäftigten, sprich in dem Falle Ingenieure, Tricks um zeitliche Kontrollsysteme zu hintergehen quasi.

00:21:19: Indem wir zum Beispiel angenommen sind jetzt international unterwegs mit Arbeitskolleginnen aus dem Ausland nachts nochmal oder spät abends noch mal Kontakt herstellen und am nächsten Tag in der Besprechung vor Ort dann Bericht erstatten zu können, was sich in Übersee tut.

00:21:38: Du hast ja schon gesagt da kann es Ausnahmefälle geben aber das darf nicht überhand nehmen?

00:21:42: Definitiv!

00:21:43: Das ist der Fall und deswegen empfehlen wir auch unseren Mitgliedsunternehmen oder auch an die Unternehmen, die wir beraten dass man durch gewisse entsprechende Unterweisungen oder Schulungen die Beschäftigten für dieses Thema sensibilisieren sollten Weil im Arbeitsschutzgesetz steht es ja auch eindeutig, dass die Fürsorge für Licht beim Arbeitgeber legt.

00:22:08: Das heißt der Arbeitgeberg ist verpflichtet dort Maßnahmen einzuleiten durch Gefährdungsbeurteilungen und durch schriftliche Regelungen.

00:22:17: Auf der anderen Seite ist jetzt nicht möglich das der Arbeit Geber vor allem wenn die Beschäftigten an unterschiedlichen Zeiten zu unterschiedlichen unterschiedlichen Orten zu unterschiedlichen Zeiten arbeiten, dass die dann halt nicht die Beschäftigten rund um die Minute überwachen können und auch sollen.

00:22:38: Das verbietet ja auch der Gesetzgeber.

00:22:42: das heißt hier müssen wir auch die Beschäftigten auch sensibilisieren für eigene Eigenverantwortung, dass wir den auch darauf hinweisen es geht um euer Gesundheit Es geht um eurer Leistungsfähigkeit.

00:22:55: Und denkt bitte an die zusätzlichen Belastungsfaktoren.

00:22:59: Schätzt bitte diese realistisch ein, sodass dann auch dieser Orts- und Zeitflexibliararbeit oder zeitflexible Arbeit dann auch bedarf und gesundheitsgerecht gestaltet werden können.

00:23:10: Diese Mitwirkung oder diese Pflicht zum Mitwirkung ist auch durch das Arbeitsschutzgesetz noch vorgegeben.

00:23:18: Gut aber der Arbeitgeber muss ja auch sein Anteil leisten.

00:23:21: ich habe jetzt vor kurzem einen Artikel recherchiert.

00:23:25: da ging es Unter anderem Weiterbildung, auch Gesundheitsmanagement.

00:23:28: Das sind natürlich die beiden Felder auf denen Unternehmen momentan nicht gerade als so spendabel sind.

00:23:36: Das ist leider so und das

00:23:38: kann ich leider nicht bestätigen.

00:23:39: also unsere Mitgliedsverbände sie legen sehr viel Wert auf das Gesundheitsmanagement.

00:23:45: Sie entwickeln gemeinsam mit den Betriebsräten mit den Beschäftigten dort Konzepte externe Hilfe, sei es durch Berufsgenossenschaften oder durch Krankenkassen und sensibilierender Beschäftigten und bieten auch unterschiedliche Programme.

00:24:02: Also wir hatten zum Beispiel im Mai unser Fachkologium das wir auch jährlich organisieren und darüber haben die Betriebe auch wirklich berichtet welche Modelle die dann dort in den Beschäftigten zur Verfügung stehen.

00:24:16: Das ist branchenübergreifend nicht eine große Herausforderung.

00:24:22: Wie seht ihr das denn den Faktor Arbeitszeit kontrollieren?

00:24:29: Die Stechuhr ist wahrscheinlich nicht die beste Lösung.

00:24:31: Was ist mit Vertrauensarbeitszeit?

00:24:35: Ja, Vertrauungsarbeit-Zeit empfehlen wir als ein Modell.

00:24:41: aber bevor man halt so einen Modell einführt sollte man natürlich sich erstmal mit den betrieblichen Schnittstellen auseinandersetzen und auch offen darüber diskutieren, für welche Beschäftigten, für welche Tätigkeiten kommt überhaupt das Vertrauensarbeit-Zeitinfrage?

00:25:03: Und wenn es so der Fall sein sollte unter welchen Bedingungen.

00:25:06: Das heißt, dass ist auch nicht so ein Freiraum wo jeder dann selbst bestimmen kann was dann getan werden soll oder wie lange sondern auch das Modellvertrauensarbeitszeit sollte konkrete Spielregen haben.

00:25:20: Wir können noch niemanden, doch keine alle Beschäftigten zwingen nach Vertrauensarbeit zu arbeiten weil wenn die Beschäftigte sagen ne will ich nicht Ich möchte gerne meine geregelten Arbeitszeiten haben das muss man auch akzeptieren Man sollte es auch akzipieren und wenn man halt beschäftigt in das Modell dann zur Verfügung steht sollte man aber im Vorfeld auf jeden Fall sich über Spielwegen Gedanken machen und auch die Spielwege definieren.

00:25:45: Und auch dafür sorgen, dass die Spiele dann auch halt dann auch wie soll ich sagen funktionieren und das dann auch das Ganze überwacht wird.

00:25:56: Was hält das IFA bzw was hältst du von vor diesem Hintergrund der vier Tage Woche?

00:26:03: Ja also die Vier-Tage-Woche ist ein Thema wo wir dann auch schon mit unseren Studien festgelegt haben, dass unter vier Tage Woche viele Arbeitszeitmodelle diskutiert werden und das da über unterschiedliche Modelle zwar diskutiert werden, aber halt nicht konkret auf btb definiert wird.

00:26:37: Was sollen wir und was werden wir unter vier Tage Woche verstehen?

00:26:41: Vielleicht will ich das so konkretisieren.

00:26:43: also es geht erst mal grundsätzlich bei der Vier-Tage-Woche darum dass man die wöchentliche Arbeitzeit nicht auf fünf Tage verteilt wie klassisch sondern auf vier Tage und das kann auch in unterschiedlichen Konstellationen erfolgen.

00:26:58: Das heißt die wöchentliche Arbeitszeit reduzieren, zum Beispiel ohne Entgeltausgleich.

00:27:06: Man kann die Wochenarbeitszeit mit vollem Entgeltausgleich reduzieren oder man kann halt die bisherige Wochenarbeit-Zeit einfach auf vier Tage verteilen.

00:27:18: Das heißt wenn ich vierzehn Stunden Woche habe dann arbeite ich nicht mehr acht Stunden am Tag, fünf Tage, sondern ich arbeite zehn Stunden am tag mal vier Tage.

00:27:29: Ich komme auf vierzehn Stunden und der Freitag oder der Montag wäre dann halt der Ausgleichstag.

00:27:34: Wie gesagt, es gibt unterschiedliche Konstellationen.

00:27:36: in der Meteoridelektindustrie haben wir eine wöchentliche Arbeitszeit von fünfunddreißig.

00:27:40: das heißt hier würde dann fünfund dreißig nicht durch Fünf geteilt sondern dann durch Vier.

00:27:46: und bei einem Unternehmen wo dann regulär Wöchendlich vierzehntunnen gearbeitet wird Dann wird die wöcherliche Arbeitszeit das Arbeitszeitvolumen von vierzig dann nicht durch vier geteilt, pardon nicht durch fünf sondern durch vier.

00:28:01: Aber das kann auch unregelmäßig sein ne?

00:28:03: Das heißt wenn ich dann halt sage okay ich arbeite heute zehn Stunden am nächsten Tag acht Stunden dann erhöhe ich wieder auf zehn und dann sechs und irgendwann mal arbeite ich nur vier Stunden.

00:28:10: Das heißt ich kann das Ganze gleichmäßig verteilen.

00:28:13: Ich kann das ganze aber auch ungleichmäßig verteilten.

00:28:16: Deswegen da gibt es unterschiedliche Konstellationen und man soll wird mich dann erst einmal auf bzb Ebene klären Über welche Konstellation reden wir und wie legen wir dann das Ganze im zweiten Schritt?

00:28:26: Artok über vier Tage Woche zu diskutieren wird nicht zum Erfolg oder zur Lösung eines Problems dafür.

00:28:32: Jetzt bitte ich dich, deine Glaskugel zu handzunehmen und zwar mal in die Zukunft mit mir zu gucken.

00:28:38: Der internationale Wettbewerb drückt ja auf die Leistungs- und Produktivitätstube.

00:28:43: Ingenieureinnen und Ingeniüre, mit denen ich mich unterhalten habe vor kurzem noch ein paar Tagen haben gewitzelt.

00:28:51: Nebenan im chinesischen Technikunternehmen werden beim Job-Einstieg Matratzen fürs Büro überreicht.

00:28:58: Ist das die Zukunft oder werden wir in Zukunft vielleicht weniger tatsächlich arbeiten, weil das hat uns ja die Technik eigentlich versprochen?

00:29:06: Also ich weiß jetzt wirklich nicht wie das Ganze in China dann auch geregelt wird.

00:29:13: So ein Glasrögel habe ich nicht.

00:29:16: Das kann

00:29:16: durchaus möglich sein aber Ich bin felsenfest davon überzeugt dass unsere Ingenieure und Ingeniöre viel anspielvoller sind.

00:29:24: Und sie werden sich mit einer Matratze nicht zufrieden geben.

00:29:29: Unsere Ingenieur- und Inigenieure haben höhere Ansprüche, das erleben wir auch.

00:29:33: Einer Matratzer im Büro, damit Sie noch länger arbeiten können reicht als Anreiz definitiv nicht aus – das wissen auch die Arbeitgeber!

00:29:45: Wer glaubt hochqualifizierte Fachkräfte Mehr arbeiten, wenn man hier in einem Schlafplatz ins Büro steht, unterschützt ihre Erwartungen an moderne Arbeitsregelungen und das wird nicht langfristig funktionieren.

00:29:58: Das davon bin ich für den Sinn fest überzeugt.

00:30:00: Das ist beruhigend!

00:30:02: Danke lieber Ofuk für deine Arbeitszeit die du uns geschenkt hast.

00:30:07: Kein Geschehen.

Über diesen Podcast

Ohne Prototypen geht nichts in Serie. Unser Podcast ist Ihr Werkzeug, mit dem Sie Ihre Karriere in allen Phasen entwickeln - vom Studium bis zum Chefsessel.

Egal, ob Sie Ingenieurin, Mechatroniker oder Wissenschaftlerin sind: Prototyp begleitet Sie. Einmal im Monat sprechen die Redakteurinnen und Redakteure von ingenieur.de und VDI nachrichten mit prominenten Frauen und Männern aus Wirtschaft, Forschung und Bildung. Graue Theorie gibt's bei uns nicht. Stattdessen teilen Prototypen ihre Erfahrungen mit Ihnen, geben praktische Tipps für Ihren Erfolg und verraten spannende Details aus ihrem eigenen Berufsleben.

von und mit ingenieur.de

Abonnieren

Follow us